Bad Tölz – Es hätte ein Befreiungsschlag werden können. Es wurde ein Rückschlag. Im Kampf um Rang zehn in der DEL2 gegen zwei direkte Konkurrenten gingen die Tölzer Löwen leer aus. Mit 1:3 verloren sie am Freitag in Freiburg, mit 5:6 am Sonntag gegen Bayreuth, das sich nach sieben Siegen in acht Spielen vom Tabellenende verabschiedet hat.
„Das war sicher nicht unser bestes Spiel“, sagt Trainer Markus Berwanger nach der von Defensiv-Schnitzern geprägten Heimpleite. Es hätte nicht viel gebraucht, um beide Niederlagen zu vermeiden. In Freiburg bestimmten die Löwen das Spiel. Sie versäumten es aber, aus ihren Möglichkeiten mehr zu machen als ein Tor nach zwei Minuten. „Wir haben klarste Chancen nicht genutzt, Alleingänge, leeres Tor, Penalty verschossen, unglaublich“, hadert Berwanger. „Da waren Sachen dabei, die machen wir normalerweise blind.“
Ganz anders gegen Bayreuth. Da lief es für beide Mannschaften munter nach vorne, in 26 Minuten fielen bereits acht Tore – 4:4. Das aber auch nur, weil die schärfste Waffe der Löwen – Überzahl, mit Einschränkungen auch Unterzahl – wieder einmal stach: Mit drei Powerplaytoren und einem Shorthander bügelten sie grobe Unzulänglichkeiten in der Rückwärtsbewegung aus, die ausgerechnet die Ex-Tölzer Timo Gams (zweimal) und Tobias Kirchhofer zu leichten Toren nutzten. Ivan Kolozvary düpierte die Löwen-Defensive bei seinem 3:2 noch mehr. Per Doppelpack zog Bayreuth auf 6:4 davon, ließ nur noch den Anschlusstreffer zum 5:6 zu, nachdem Berwanger seine Verteidigung etwas umgestellt hatte.
Eine Wurzel des Übels sieht er in der Tatsache, dass er keine vier kompletten Sturmreihen aufbieten kann. Zwar kehrte Niklas Heinzinger rechtzeitig zum Spiel am Sonntag von der U 20-WM in Füssen zurück, wo er Deutschland mit zum Aufstieg in die Top-Division verhalf. Doch mit Hannes Sedlmayr und Kevin Slezak fehlen zwei Stürmer im ohnehin schon schmalen Kader. „Bayreuth konnte mit vier Sturmreihen spiele, das bringt mehr Power und Geschwindigkeit.“ NICK SCHEDER