Ein Bild der Verwirrung

von Redaktion

Bierofkas Jubel, die abgesagte Weihnachtsfeier – der TSV 1860 bietet einmal mehr viele Angriffsflächen

VON LUDWIG KRAMMER

München – Wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut… Ja, dann sind wir beim TSV 1860. „Münchens große Liebe“ gibt in diesen Tagen mal wieder ein Bild der Verwirrung ab. Sportlich zeigt die Trendkurve südwärts, in der Außendarstellung ist kaum noch Luft nach unten. Jüngste Beispiele: Daniel Bierofkas zweifelhafter Torjubel gegen Jena und die Weihnachtsfeier der Profis, die ohne das Wissen des Präsidiums abgesagt wurde.

Thema Nummer eins ist ein klarer Fall für den Videobeweis. In der BR-Zusammenfassung des Jena-Spiels unter https://bit.ly/2UT8Lh6 ist ab Minute 1:04 zu sehen, wie Trainer Bierofka die bekannte „Hand in Armbeuge“-Geste Richtung Haupttribüne macht. In einem Statement auf der 1860-Homepage stellte der Trainer gestern das Offensichtliche in Abrede. Schuld sei die Presse, die „ohne Rücksprache mit mir darüber spekuliert, dass ich bei der 1:3-Niederlage gegen Carl Zeiss Jena obszöne Gesten Richtung Fans auf der Haupttribüne gemacht hätte. Diese Darstellung weise ich entschieden von mir. Ich habe mich nach unserem 1:1-Ausgleich in Unterzahl sehr gefreut. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr emotional sein kann.“ Chance verpasst.

Thema Nummer zwei: die Weihnachtsfeier. „Bild“ hatte berichtet, dass die für Montagabend geplante Veranstaltung abgesagt worden sei – laut Bierofka aus Kostengründen. Präsident Robert Reisinger verwies auf Geschäftsführer Michael Scharold. „Wenn man das Präsidium gefragt hätte, dann hätten wir Sponsoren für die Veranstaltung gehabt.“ Scharolds Erklärung: „Wir haben es nicht aus finanziellen, sondern aus organisatorischen Gründen nicht mehr hinbekommen.“ Am 5. Januar soll es nun einen Neujahrsempfang geben. Auch Hasan Ismaik meldete sich zu Wort. Der Investor versprach via Facebook finanzielle Unterstützung für eine Feier. „Ich werde nicht zulassen, dass sich unsere Spieler bei 1860 München nicht wohl fühlen und der Teamspirit verloren geht.“

Von Ismaiks Sponsoring-Bereitschaft wird abhängen, mit welchem Budget die Löwen die nächste Saison angehen werden können. Ohne neue Fremdmittel gebe es u.a. „signifikante Einsparungen beim Nachwuchsleistungszentrum, sagte Scharold. Man könne „mit deutlich weniger Geld mehr erreichen“. An der SpVgg Unterhaching, die mit der Hälfte des blauen Budgets auskommt, könnte sich Sechzig eim Beispiel nehmen. Scharold: „Ich habe größten Respekt vor der Arbeit in Haching.“ Ob den Worten auch Taten folgen?

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