An der Sensation geschnuppert

von Redaktion

Bayerns Basketballer verlieren nach großem Kampf gegen Real Madrid mit 72:82

VON PATRICK REICHELT

München – In den vergangenen Wochen waren rund um die Basketballer des FC Bayern die Träume doch aufgekeimt. Große Siege gegen Kaunas, Mailand oder auch Alba Berlin haben die Münchner zumindest an Höherem schnuppern lassen. Am Freitagabend kam zwar mal wieder eine Niederlage, doch die brachte die Erkenntnis mit: Auch Europas Spitze ist für diese Bayern nicht mehr himmelweit entfernt.

Euroleague-Titelverteidiger Real Madrid musste im Audi Dome am Ende ziemlich viel Gummi lassen, ehe der 82:72 (46:31)-Erfolg feststand. So schwer hatte des der zehnmalige Champion nicht oft in dieser Saison, die er in Europa mit Fenerbahce Istanbul und ZSKA Moskau dominiert.

Dabei hatte es schon in den ersten Minuten durchaus so ausgesehen, als könnte es was werden mit dem Münchner Vorhaben: Wenigstens ärgern. Kapitän Danilo Barthel versenkte zwei Dteier, die Bayern führten, 6500 Zuschauer im ausverkauften Audi Dome hatten Spaß.

Die Gäste indes interessierte das herzlich wenig. Warum auch, Spaniens Champion hat genug Kräfte an Bord, die die Dinge jederzeit gerade rücken können. Sergio Llull zum Beispiel, der Mann mit der besonderen Vorliebe für den Buchstaben L, ließ es aus der Distanz auf den Münchner Korb regnen. Fünf Dreier versenkte Llull alleine in Halbzeit eins – mehr als alle Münchner zusammen (4).

Aber es zeigte sich schon auch ein anderes Plus der Männer aus der spanischen Hauptstadt. Den Kern des Teams hat Trainer-Dauerbrenner Pablo Laso (seit 2011) schon seit Jahren zusammen. Es hatte schon viel von blindem Verständnis, was Real da über demonstrierte. Das Resultat: Im Eiltempo zogen die Königlichen auf komfortable 15 Punkte davon.

Umso erstaunlicher, dass die Bayern trotzdem noch einmal in dieses Spiel zurückfanden. Woher die Spieler von Trainer Dejan Radonjic am Ende einer aufreibenden Woche noch einmal die Kräfte nahmen, wird ihr Geheimnis bleiben. Aber mit großen Kampfgeist brachten sie hinten die spanische Punktemaschine zum Stottern und ließen vorne den Rückstand zusammenschmelzen. Als Koponen mit zwei Dreiern auf 66:68 verkürzte, da kochte die ehrwürdige Arena am Westpark.

Real litt nach Kräften gegen eine Bayern-Mannschaft, die teilweise überhastet allerdings ein noch besseres Abschneiden vergaben. Und so packten Gäste in den beiden Schlussminuten die Punkte drauf, die es brauchte, um die Münchner dann doch letztlich sicher auf Distanz zu halten.

Die Bayern, die schon den nächsten Kraftakt vor Augen hatten. Diesen Sonntag nämlich. Dann ist Alba Berlin im Pokal-Vertelfinale im Audi Dome zu Gast.

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