Beste Vorsätze: SpVgg Unterhaching weitet Sozialprojekte aus

von Redaktion

VON ANDREAS WERNER

Unterhaching – Für die SpVgg Unterhaching steht am Sonntag das letzte Heimspiel des Jahres an, doch die Gedanken reichen schon über den Gegner Uerdingen hinaus – und machen auch an den Kreidelinien des Fußballplatzes nicht Halt. 2019 soll sich der sportliche Höhenflug fortsetzen, hinter den Kulissen fiel zudem der Beschluss, die sozialen Projekte unter dem Motto „Haching schaut hin“ auszuweiten. „Fußball ist der Deutschen liebstes Kind. Wir Vereine sollten das als Plattform nutzen und versuchen, Blicke auf die zu lenken, die es nicht so gut im Leben haben“, sagt Präsident Manfred Schwabl. „Mir ist das ein wichtiges Anliegen, und ich bin sehr stolz, dass das Bewusstsein dafür in unserem ganzen Verein mit sehr viel Herz gelebt wird. Das ist alles nicht einfach nur so von oben bestimmt.“

Claus Schromm kann das nur unterstreichen. Die Spieler haben zuletzt ihre Weihnachtsfeier mit Spenden statt Geschenken abgehalten, und wenn die Mannschaftskasse klingelt, kommt das Geld einem guten Zweck zu. So zahlen sich Disziplinarmaßnahmen doppelt aus, erzählt der Coach mit einem Grinsen.

Doch es muss nicht immer eine finanzielle Hilfe sein, so Schwabl. „Wir haben jetzt ja auch nicht die großen Mittel zur Verfügung, aber oft sind es die menschlichen Aktionen, die viel ausmachen.“ Immer wieder dürfen Kinder zum Beispiel bei den Heimspielen auf der Ersatzbank sitzen oder in der Kabine lauschen. Beim Derby gegen 1860 saß ein Bub neben ihm, der beim Merkur CUP dem Schiedsrichter gesagt hatte, dass sein Schuss nicht dringewesen war, obwohl der Unparteiische auf Tor entschieden hatte. Als Lohn bekam er den Fairness-Preis – und einen besonderen Stadionbesuch vom Schirmherrn. „Das Leuchten in den Augen kann man sich nicht vorstellen“, erzählt der Präsident, der froh ist, dass sein Coach die Aktionen mitträgt: „Claus sagt dann immer wieder bloß, wie super doch unsere Bank heute wieder gefüllt ist.“ Neulich schenkte das Team einem an Krebs erkrankten Fan ein Trikot und einen Schal, es waren nur wenige Tage bis zu seinem Tod, doch er drückte bei den Präsenten noch einmal die Hand seiner Mutter. „Da hat man Gänsehaut“, so Schwabl.

Letzte Woche spendete der Drittligist 15 000 Euro bei den „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunk, was ein Musterbeispiel für das soziale Engagement im Verein ist, wie Klaus Maier auf der Jahreshauptversammlung neulich erläuterte. Um die Summe zusammenzubekommen, hätten alle beigetragen, sagte der „Haching schaut hin“-Organisator: „Da war eine unglaubliche Eigendynamik im Verein.“ Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Jugendspieler, Eltern, Fans und die Sponsoren machten mit, allein die Junioren sammelten stolze 5000 Euro. „Das zeigt, was für tolle Charaktere sie sind“, so Maier. „Wir können stolz auf unsere Haching-Familie sein.“

Schwabl gefällt es, wie „jeder seine Ideen einbringt – und wir haben gesehen, wie leicht man etwas ins Rollen bringen kann, wenn man nur einen kleinen Anstoß gibt. Es geht nicht darum, herauszuposaunen, wie toll man ist – aber wenn der eine oder andere sich deswegen sagt, wir machen auch was, dann wäre das größer als jeder Sieg auf dem Fußballplatz.“ Dann ist das ganze Jahr Weihnachten.

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