Die Meisterschaft geht vor

von Redaktion

Alpenvolleys konzentrieren sich nach 0:3 gegen Klub-Weltmeister Treviso auf die Bundesliga

Unterhaching/Innsbruck – Das Resultat war eindeutig, die Enttäuschung hielt sich trotzdem in Grenzen bei den Hypo Tirol Alpenvolleys Haching. Schließlich hatten sie im Achtelfinale des CEV-Cup nicht gegen irgendeinen Gegner eine 0:3 (16:25, 19:25, 21:25)-Auswärtsschlappe kassiert, sondern gegen Trentino Volley: Jenes Team also, das seit seiner Gründung im Jahr 2000 im Volleyball-Paradies Italien schon viermal Meister, dreimal Pokalsieger und zweimal Supercup-Gewinner war, dazu dreimal in der Champions League triumphierte und erst Anfang Dezember zum fünften Mal den Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft feiern durfte.

„Eigentlich müssten sie in der Champions League spielen“, so die respektvolle Einschätzung des Gegners durch Alpenvolleys-Trainer Stefan Chrtiansky. Der Durchhänger der vergangenen Saison, der den Norditaliernern stattdessen den Start im zweithöchsten europäischen Wettbewerb bescherte, ist längst vergessen: In der heimischen Serie A1 spielt Trento als aktuell Tabellenzweiter wieder um den Titel mit.

Insofern hielt sich die grenzüberschreitende Spielgemeinschaft aus Unterhaching und Innsbruck im zweiten Satz bis zur 19:18-Führung und im dritten bis zum 12:11 ganz wacker. Vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer fürs Rückspiel, das am 15. Januar in Unterhaching steigt.

Wichtiger ist Alpenvolleys-Manager Hannes Kronthaler jedoch die Bundesliga. Hier ist sein Projekt ungeschlagener Spitzenreiter und nach den Heimsiegen gegen Titelverteidiger Berlin (3:0) und Rekordmeister Friedrichshafen (3:2) drauf und dran, sich in die Rolle des Mitfavoriten zu schmettern. „Natürlich sind wir jetzt mit dabei. Allerdings muss man noch abwarten“, gibt sich Kronthaler zwar vorläufig zurückhaltend, aber er sagt auch: „Wenn wir nach den Spielen in Frankfurt und Düren immer noch vorne stehen, müssen wir uns mit dem Thema befassen.“

Durchaus möglich also, dass die Grenzgänger, die ursprünglich Rang drei im Visier hatten, genau zum Jahreswechsel neue Vorsätze fassen. Denn schon am Sonntag (16 Uhr) gastieren sie bei Verfolger Frankfurt, am Samstag darauf bei den Dürenern, mit denen sie nach dem Pokal-Aus ohnehin noch eine Rechnung offen haben.

Angesichts dieses schweren Programms war Kronthaler fast erleichtert, dass sein Team die Außenseiterrolle in Trento so brav erfüllte: „Es wäre nichts schlimmer gewesen, als dort lange zu spielen und dann in Frankfurt keine Kraft zu haben.“ Denn der 53-jährige Innsbrucker würde die Gunst der Stunde in der heimischen Liga nur allzu gerne nutzen und möglicherweise sogar noch etwas nachhelfen: „Wenn wir weiter oben mitspielen, heißt es nicht mehr: das Finale zu erreichen, wäre schön. Dann wollen wir versuchen, das Finale zu gewinnen.“ Und dann muss man vielleicht noch auf dem Transfermarkt aktiv werden. UMBERTO SAVIGNANO

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