Courchevel – Viktoria Rebensburg ist wieder in der Spur. Nach dem knapp verpassten Sieg beim Riesenslalom-Weltcup von Courchevel ärgerte sich die deutsche Skirennfahrerin im Zielauslauf zwar kurz, pustete kräftig aus und legte enttäuscht den Kopf in den Nacken. Mit ihrem 2. Rang hinter Mikaela Shiffrin (USA) freundete sich die Oberbayerin aber schnell an und konnte bei der Siegerehrung schon wieder lachen. „Das tut schon gut“, sagte sie am Freitag zu ihrer ersten Saison-Podestplatzierung und freute sich, mit diesem Gefühl in die Weihnachtspause zu gehen. „Das ist echt schön, das hatte ich in den letzten Jahren nie gehabt.“
Ganze 14/100 Sekunden fehlten Rebensburg bei schwierigen Bedingungen mit viel Schneefall und schlechter Sicht zu Platz eins. Dritte wurde Weltmeister Tessa Worley (Frankreich). Nach einem 4. Platz beim Saisonstart in Sölden und einem bitteren Ausfall in Killington (USA), erklärte Rebensburg nun: „Ich bin ich froh, dass es endlich geklappt hat, auf dem Podium zu stehen.“
Rebensburg war als Führende nach dem ersten Durchgang in das Finale gestartet, verspielte ihren kleinen Vorsprung von nur 0,08 Sekunden aber. „Vicky hat ein paar Fehler gemacht, da hatte ich vielleicht ein bisschen Glück“, räumte Shiffrin ein. Die Weltcup-Gesamtführende steht im Alter von erst 23 Jahren schon bei 49 Siegen und könnte im Slalom am Samstag (10.30/13.30 Uhr/ARD/Eurosport) Alberto Tomba (50) in der ewigen Bestenliste einholen. Bei den Frauen haben nur Vreni Schneider (Schweiz/55), Annemarie Moser-Pröll (Österreich/62) und Teamkollegin Lindsey Vonn (82) öfter gewonnen als Shiffrin.
„Am Anfang ärgert man sich natürlich, wenn es so eng hergeht“, sagte Rebensburg im TV-Sender ORF. Sie habe im oberen Teil der wegen der Bedingungen ohnehin verkürzten Strecke den Rhythmus nicht gefunden. „In Courchevel habe ich mich aber eigentlich immer schwer getan“, erzählte die 29-Jährige, „ich habe keine guten Erinnerungen an den Hang.“ Das hat sich nun geändert. dpa