München – Näher dran an Weihnachten ist das Spiel, das der EHC München am Sonntag um 14 Uhr zu bestreiten hat. Aber es ist in Bremerhaven, am anderen Ende der Republik. Darum rief der Deutsche Eishockey-Meister den Mottoabend „Weiße Weihnachten“ schon am Freitag aus – beim letzten Heimspiel vor den Feiertagen. Schon eine ungewöhnliche Optik: Die Spieler trugen weiße Trikots mit ein wenig Zierrat, weiße Hosen (sieht man im Eishockey nie), weiße Stutzen, weiße Handschuhe. Alles bereitet für die „Ganz in Weiß“-Party.
Nur: Mannheim machte da nicht mit. Der Tabellenführer siegte dank eines überragenden Dennis Endras im Tor und einer perfekt strukturierten Defensive 3:1 (1:0, 1:1, 1:0) und erhöhte seinen Vorsprung auf München auf zehn Punkte. Der Abend wurde von Blau dominiert.
Vor zwölf Tagen hatte es das Spiel schon mal gegeben: München gegen Mannheim am Oberwiesenfeld. Damals war ausverkauft (6142 Zuschauer) diesmal kamen etwas weniger Leute (5550) – die DEL-Spielplangestaltung kann man nicht immer verstehen.
Vor zwei Wochen war das Intensiv-Spektakel der beiden führenden Mannschaften in der Liga in ein 0:0 gemündet, das im Zeichen der Torhüter stand. Beide waren erneut aufgeboten als erste Wahl, aber nur einer hielt bis zum Ende durch: Mannheims Dennis Endras. Der Münchner Danny Aus den Birken verließ das Eis nahezu unbemerkt und plötzlich nach 27:59 Minuten, er skatete in die Kabine. Kurz zuvor hatte er gegen die Adler zwei Paraden aufs Eis gelegt und fühlte sich danach unpässlich. Beim EHC musste Kevin Reich unaufgewärmt ins Tor. In seiner ersten Aktion bekam er es mit dem Mannheimer Verteidigerbrocken Thomas Larkin zu tun – nach der Kollision mit ihm war Reich im Spiel. „Hat mich wachgerüttelt“, sagte er.
Bei der Begegnung neulich war ein Torfluch über der Eisfläche gelegen, erst im Penaltyschießen schlug es ein (im Münchner Netz). Diesmal war es nicht so krass mir der beidseitigen defensiven Stabilität. Mannheim ging nach 3:03 Minuten in Führung, Adler-Stürmer Phil Hungerecker war hocherfreut, dass sich ihm freie Schussbahn in den Winkel auftat. 0:1. „Kurzer Fehler von uns“, meinte Andy Eder im Drittelpauseninterview bei Telekomsport zum Stellungsspiel, „danach hatten wir das Spiel klar in der Hand.“
Ja – und nein. Mannheim spielte abgebrüht. Ließ keine Räume vor dem eigenen Tor, in dem die Münchner aus den Rebounds etwas hätten machen können. Spielten schnell hinten raus. Wie dann im zweiten Drittel. Adler-Verteidiger Sinan Akdag fing einen Lupfer von Daryl Boyle ab, Mannheim konterte, Ben Smith ließ einen Schuss aus dem Handgelenk, der hinter Danny Aus den Birken ins Netz flog – 0:2 nach 25 Minuten. Und die Adler blieben allzeit konterbereit.
München setzte Druck auf. Im ersten Drittel hatte Mark Voakes den Pfosten getroffen, im zweiten hörte man das Metall nach einem Schuss von Derek Joslin treffen. Torhüter Dennis Endras bewältigte manches Getümmel vor seinem Tor – ehe sich dann doch eine Lücke für München auftat. Yasin Ehliz mit dem 1:2 (34.).
Das letzte Drittel: Große Mannheimer Chancen in vier Minuten Powerplay, mächtige Münchner Schlussoffensive, Trainer Don Jackson ersetzte in der viertletzten Minute Torhüter Reich durch einen sechsten Feldspieler. Wie’s dann so kommt: Mannheim Empty-Net-Goal zum 3:1.