Nové Mesto na Morave – Laura Dahlmeier riss die Arme in die Höhe und ließ sich ausgepumpt in den Schnee fallen: Die Biathlon-Überfliegerin ist bei ihrem Comeback sensationell aufs Podest gestürmt und hat mit einer phänomenalen Leistung die Misere der deutschen Skijägerinnen beendet. Beim Sprint im tschechischen Nove Mesto rannte Dahlmeier auf den zweiten Platz – nur 4,5 Sekunden fehlten zum 20. Sieg ihrer Karriere. „Es ist mega emotional, dass es gleich wieder so brutal gut ging“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin.
Dahlmeier hatte in den ersten Saisonrennen wegen der Folgen eines geschwächten Immunsystems ausgesetzt, „und ich wusste nicht, ob ich je wieder Leistungssport betreiben kann. Das ist so ein großes Geschenk für mich.“ Aber nicht nur für sie: In Abwesenheit der siebenmaligen Weltmeisterin hatte es in diesem Winter noch keine Deutsche aufs Podest geschafft.
Nach dem schlechtesten Einstieg in die Saison aller Zeiten sorgte Dahlmeier für Glücksgefühle, die am heutigen Samstag getoppt werden können. Im Verfolgungsrennen (17 Uhr/ARD und Eurosport) liegt sie nur knapp hinter Marte Roeiseland aus Norwegen, der Sprint-Siegerin. Das Jagdrennen ist bekanntermaßen Dahlmeiers Lieblingswettkampf, da sie hier auch ihre mentale Stärke ausspielen kann.
Unter ohrenbetäubendem Lärm war Dahlmeier mit kräftigen Stockschüben am Freitag in die Loipe gegangen, einsetzender Regen machte das Comeback keinesfalls zu einem Zuckerschlecken. Allein schon wegen des glänzenden Comebacks wird die Bayerin das kleine Örtchen im Herzen Tschechiens auf Ewigkeit in schöner Erinnerung behalten. Aber nicht nur deshalb: In Nove Mesto hatte sie 2013 bei der WM das erste Rennen auf der großen Bühne bestritten, hier hatte sie zwei Jahre später auch den ersten ihrer bislang 19 Weltcup-Erfolge errungen.
Dahlmeier hatte den Entschluss zu starten „sehr spontan“ getroffen, sportlich gab der zweite Platz in der Single-Mixed-Staffel beim zweitklassigen IBU-Cup in der vergangenen Woche den Ausschlag, ins Rennen zu gehen. sid