IN KÜRZE

Auffällige Gewichtheber

von Redaktion

Sportpolitik

Neuerliche Hinhaltetaktik oder nur pedantische Bürokratie? Russland steht wenige Tage vor dem Ablauf des Ultimatums erneut am Doping-Pranger und muss weitere Konsequenzen befürchten. Offiziell wegen einer Formalie musste eine Delegation der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ihre Inspektion des Moskauer Dopingkontrolllabors unverrichteter Dinge beenden. Der erst im September begnadigten russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA droht nun die erneute Suspendierung. Das fünfköpfige WADA-Team unter der Führung des spanischen Experten Jose Antonio Pascual sollte in Moskau eigentlich Zugang zum sogenannten Laboratory Information Management System (LIMS) bekommen. Die Datensammlung enthält nach WADA-Angaben alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015 und soll Aufschluss über das Ausmaß des institutionellen Dopings in Russland geben. Doch weil die technischen Geräte der WADA-Experten nicht nach russischem Recht zertifiziert waren, konnte die Delegation ihre Mission nicht abschließen. Der Zugang zu den Daten bis zum 31. Dezember war Voraussetzung für die umstrittene Wiederaufnahme der RUSADA gewesen.

Doping

Bei Nachtests von den Olympischen Spielen 2012 in London sind erneut mehrere hochdekorierte Gewichtheber auffällig geworden. Dazu gehören nach Angaben des Weltverbandes IWF unter anderem der ukrainische Goldmedaillengewinner Alexej Torochtij (bis 105 kg) und der Bronzegewinner Walentin Christow (Aserbaidschan/bis 56 kg). Christow war bereits von 2013 bis 2015 wegen Dopings gesperrt. Alle überführten Athleten wurden von der IWF mit vorläufigen Sperren belegt. Ebenfalls zu den genannten Sportlern gehört Rio-Olympiasieger Ruslan Nurudinow (Usbekistan/bis 105kg). Er war in London Vierter geworden, ein Jahr später gewann er WM-Gold. Zudem wurden auch bei Mikalai Nowikau (Weißrussland) und bei der Armenierin Meline Dalusjan auffällige Werte festgestellt. Beide hatten in London keine Medaille geholt. Bei allen fraglichen Sportlern wurden Anabolikarückstände nachgewiesen. Über eine mögliche Aberkennung der Medaillen entscheidet das IOC.

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