Bremerhaven/München – „Kralli“, das Maskottchen, lieferte seine Tanzshow ab, die Mannschaft der Fischtown Pinguins Bremerhaven entbot ihrem Anhang auf einem Transparent die besten Wünsche zum Weihnachtsfest, und Fedor Kolupaylo, der bis vor zwei Wochen noch gar kein DEL-Spieler war, stimmte mit der Fankurve hinter den Puckfangnetzen mit der Werbeaufschrift „Fischkutter“ den Humba-Gesang an. Eishockey-Bremerhaven hatte einen wunderbaren Vorweihnachtsnachmittag. 4:3-Sieg nach Verlängerung über die Promis aus München.
Die Spieler des dreimaligen Meisters EHC verzogen sich schnell in die Kabine. Niederlagen schmerzen ein zum Erfolg bestimmtes Team immer, an einem immer noch exotisch anmutenden Standort wie Bremerhaven tun sie es noch mehr – und wenn einem dann auch noch die Punkte auf diese Art entgleiten, ist es eben richtig ärgerlich.
München spielte für seine Verhältnisse schwach, „wir müssten die Scheiben schneller nach vorne bringen“, übte Stürmer Yasin Ehliz am Mikrofon von Telekomsport Selbstkritik. Dennoch hatte die Mannschaft von Don Jackson ihre lichten Momente und die Chance, die Partie für sich zu entscheiden. Einen 1:3-Rückstand glich sie durch zwei Treffer in der 57. Minute zum 3:3 aus. Abstauber-Tore von Daryl Boyle und Trevor Parkes, zwischen denen nur 43 Sekunden lagen. Bremerhaven schien müde gespielt. Und war in der Verlängerung doch wieder da, als hätte es schnell noch einen guten Energy Drink zu sich genommen. Rylan Schwartz ließ sich vom Münchner Justin Shugg nicht aufhalten, und EHC-Tormann Kevin Reich, der den erkälteten Danny Aus den Birken vertrat, bekam den Puck nicht zu fassen – die Münchner verloren 3:4 nach 75 Sekunden Verlängerung. Gibt nur einen Punkt.
Es war diese Saison Münchens dritte Niederlage im dritten Spiel gegen die Norddeutschen – und die zweite in der Overtime. Von neun möglichen Punkten holte der EHC nur zwei. Das Defizit trägt zum Rückstand auf Mannheim bei, der durch die 1:3-Niederlage im Direktduell am Freitag auf zehn Punkte angewachsen war. „Man kann das noch aufholen“, meinte Don Jackson auf Nachfrage, „aber dazu gehört, dass wir gewinnen und Mannheim verliert. Wir können nur unsere Seite kontrollieren.“
Die Realität ist nun: Der EHC steht auf Platz vier der DEL-Tabelle. Schaut vor Zuversicht weiter nach oben (Düsseldorf, Augsburg), sollte aber nicht übersehen, dass Fünfter und Sechster, Köln und Bremerhaven, sich angenähert haben.