Frankfurt – Ganz am Ende, als die meisten Kameraden entweder ihr durchgeschwitztes Trikot schon in die Fankurve geschleudert hatten oder unter lautem Triumphgeheul in die Kabine gelaufen waren, ging Franck Ribery noch einmal zurück. Südöstliche Richtung in der Frankfurter Arena und machte dort dem Anhang des FC Bayern noch seine persönliche Aufwartung. „Ribery, Ribery“-Chöre erklangen. Der besungene Monsieur dankte es mit einer Verbeugung. Eine fast rührige Szene in der Vorweihnachtszeit.
Der inzwischen 35 Jahre alte Franzose, 2007 zur Behebung einer tiefen Schaffenskrise nach München gekommen, ist eine Identifikationsfigur. Seinen Wert haben die Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge oft genug herausgestrichen und trotzdem klang es zuletzt, als sei der Abschied am Saisonende beschlossen. Nun hat Ribery mit vier Toren in drei Spielen noch einmal Gegenargumente geliefert. „Natürlich habe ich noch Lust. Ich liebe Bayern, die Bayern lieben mich“, sagte Ribery bei „Sky“.
Kurz darauf erzählte Rummenigge, der Franzose habe gerade „aus Spaß in der Kabine gesagt, dass er seinen Vertrag verlängern möchte“. Für den Club-Boss gibt es „keine alten Spieler, es gibt nur gute und weniger gute“.
Ist daraus vielleicht doch noch Verhandlungsbereitschaft abzuleiten? Über die Clubmedien wurde jedenfalls alsbald eine Fotomontage geteilt, die Ribery als Freiheitsstatue zeigte. Auch die Mitspieler möchten auf den ewigen Flügelflitzer ungern verzichten. Thomas Müller findet es „sensationell, dass er uns auch als Torschütze nochmal in dem Maße weiterhilft“. Abwehrspieler Niklas Süle imponiert die Kämpfernatur, die am letzten Hinrundenspieltag 31 Sprints und 74 intensive Läufe abspulte: „Wenn ich mit 35 noch so rennen könnte, wäre ich sehr froh. Er ist ein positiv Verrückter.“ Und Trainer Niko Kovac lobte seinen nicht immer leicht zähmbaren Star: „Was er im Training, auf und neben dem Platz leistet, ist immens. Er ist ein Weltklassespieler, der sich auf seinen Lorbeeren nie ausruht, sondern immer wieder Gas gibt und sich selbst belohnt. Schön, dass wir ihn haben.“ Sätze, die wie eine zweite Verbeugung klangen. hel