Ein bisschen bitter

von Redaktion

SKICROSS Paul Eckert muss zweimal mit Platz vier Vorlieb nehmen – Heidi Zacher wird Siebte

VON EWALD SCHEITTERER

Innichen – Zweimal das Finale in einem Skicross-Weltcup in Innichen erreicht, aber auch zweimal das Podest knapp verpasst – ein wenig ärgerte sich da Paul Eckert vom WSV Samerberg schon nach seinem zweiten vierten Platz. Er drosch am Samstag seinen Stock in den Schnee und wusste nicht so genau , ob er sich freuen sollte: „Wenn vier Mann runterfahren und du bist zweimal der eine, der dann nicht auf dem Stockerl steht, dann ist das schon ein bisschen bitter.“

Für den deutschen Cheftrainer Peter Stemmer stand die Leistung im Vordergrund – und die passte. „Der Paule ist wirklich sehr gut und aggressiv gefahren. lobte Stemmer seinen „heimlichen Teamleader“. Vor allem am Samstag, beim zweiten Weltcup im Hoch-Pustertal schien Eckert bis kurz vor dem Ziel noch auf sicherem Podestplatz zu liegen. Dann kam er sich in der letzten engen Kurve mit dem Franzosen Jonathan Midol ins Gehege und fiel auf den Platz im Final-Heat zurück.

Freilich hatte Eckert beim ersten Weltcup in Innichen am Freitag auch das Glück auf seiner Seite: Im Halbfinale wäre er auf Rang drei liegend bereits draußen gewesen. Doch nach einem deutschen Protest wurden der Franzose Jean-Frederic Chapuis und der Schweizer Alex Fiva wegen eines Einfädlers disqualifiziert. So schaffte der deutsche Skicrosser doch noch den Sprung unter die vier Finalteilnehmer.

„Er ist für die Mannschaft extrem wichtig“, sagt Stemmer. Nicht nur, dass Eckert selbst „brutal fleißig ist, er kümmert sich auch als echter Teamplayer immer wieder um unsere jungen Athleten“. Zudem schätzt der ´Trainer die Geradlinigkeit des 28-jährigen Oberbayern: „Wenn ihm etwas nicht passt, dann sagt er das geradeheraus.“ Und mit seinen kleinen Scherzen sorgt er stets für gute Stimmung.

Dabei sind die Erfolge in Innichen für die deutsche Teamführung gar nicht so überraschend gekommen. „Da die Piste technisch sehr anspruchsvoll und zudem stark vereist gewesen ist, hatte er als ausgezeichneter alpiner Skifahrer dort viele Vorteile“, bestätigte Stemmer. Beim ersten Weltcup in Innichen waren die deutschen Skicrosser, von Eckert abgesehen, nicht so erfolgreich wie dort gewohnt. „Es war aber auch ziemlich viel Pech dabei. Nahezu jeder Heat hätte anders ausgehen können“, merkte Stemmer an,. Am Samstag dann kehrten die Deutschen weitgehend in die Erfolgsspur zurück.

Der Holzkirchner Florian Wilmsmann (TSV Hartpenning) und Tim Hronek (SV Unterwössen) schafften es bis ins Viertelfinale. Sie wurden letztlich auf den Plätzen zehn und elf gewertet. Die beiden deutschen Frauen, Heidi Zacher (SC Lenggries/Platz sieben) und Daniela Maier (SC Urach/Rang acht) erreichten sogar das sogenannte kleine Finale. Weil beide lange Verletzungspausen hinter sich haben, sind ihre Resultate nicht hoch genug einzuschätzen. „Die kommen schon wieder in alter Leistungsstärke zurück. Die brauchen nur noch einige Rennkilometer unter den Skiern“, weiß Stemmer. Und mit ein bisschen Glück, schafft es Eckert dann auch auf einen Podestplatz.

Artikel 8 von 11