von Redaktion

VON CHRISTOPHER MELTZER

München – Es gibt im Fußball eine alte Regel, die eigentlich von der Kreis- bis zur Bundesliga gilt: Wenn der Torhüter sich immer wieder beweisen muss, spricht das entweder für die Mannschaft, die gegen ihn spielt – und allermeistens nicht unbedingt für die zehn Mitspieler, die vor ihm verteidigen. Es verrät daher schon viel, dass nach 19 Spielen in der 3. Liga zwei Torhüter unter den drei notenbesten Profis des TSV 1860 auftauchen. In seinem ersten Halbjahr in der Liga hat der Aufsteiger, der natürlich kein gewöhnlicher Aufsteiger ist, nur ab und zu überzeugt. Die Schwankungen finden sich im Notenschnitt der Spieler wieder.

1. Hendrik Bonmann 2,76

Im Sommer beeindruckte er seinen Trainer – und verdrängte sogar den Aufstiegskeeper Marco Hiller. Er bestätigte das dann auch in der 3. Liga. Sechs Gegentore in sechs Spielen – dann riss das Innenband im Knie. Kämpft jetzt wieder um den Stammplatz im Tor.

2. A. Abruscia 3,01

Ein Profiteur des Notensystems. Fünfmal stand er in der Startelf, dreimal siegte Sechzig, zweimal hoch (beim 4:1 gegen Aalen traf er doppelt). Zwischenzeitlich glaubte Bierofka, mit ihm die spielerische Lösung fürs Mittelfeld gefunden zu haben. Mit Blick auf die Einsatzminuten am Ende glaubt er das nicht mehr.

3. Marco Hiller 3,14

Stieg zur Nummer eins auf, als Bonmann ausfiel. Man bemerkte den Wechsel fast gar nicht, was für Hiller spricht. Nur in Karlsruhe patzte er.

4. Adriano Grimaldi 3,20

In den ersten Saisonwochen spielte er so famos, dass man sich schon wunderte, warum er noch immer in der 3. Liga kickt. Er vermischte Körperlichkeit mit Technik, glänzte als Vorbereiter. Baute danach ab – und ließ zuletzt sogar die besten Torchancen aus. Man versteht nun besser, warum er noch in der 3. Liga kickt.

5. Phillipp Steinhart 3,23

Seine Ecken und Freistöße sind Sechzigs wirkungsvollste Angriffswaffe. Zehn Tore hat der Linksverteidiger vorbereitet. Das kompensiert, dass er sich manchmal noch recht leicht austricksen lässt.

6. Simon Lorenz 3,26

Er ist nur ausgeliehen, hat sich in der Innenverteidigung aber schon unverzichtbar gemacht. Mit 21 Jahren spielt er sehr abgeklärt – und nickt ab und zu einen Steinhart-Standard ein (drei Saisontore).

7. Daniel Wein 3,31

Unermüdlich und flexibel. Läuft sehr viel, mal im Mittelfeld, mal in der Abwehrkette, in 19 Spielen wurde er nur zweimal ausgewechselt. Das große Manko konnte auch er nicht beheben: im Spielaufbau fehlen die Ideen.

8. Quirin Moll 3,36

Mischte ebenfalls in jedem Spiel mit, wurde sechsmal ausgewechselt. Im Zweikampf aggressiv und geschickt, wie es ein Sechser sein muss, das Problem mit dem Spielaufbau aber löste auch er nicht.

9. Sascha Mölders 3,40

Mit 33 Jahren noch immer nicht so durchtrainiert wie seine Kollegen, aber noch immer reaktionsschneller. Ein TV-Kommentator nannte ihn die Relaisstation des Löwenspiels. Empfängt den Ball und leitet ihn weiter. Mit 33 Jahren allerdings immer öfters einen Schritt zu spät – und zwischenzeitlich nur Joker.

9. Herbert Paul 3,40

Spielte vor einem Jahr noch in Schweinfurt, jetzt rechts hinten in Liga drei gesetzt. Leistet sich noch Rookie-Fehler, steigert sich aber.

11. Stefan Lex 3,42

Mit seiner Geschwindigkeit und seinen Dribblings schaffte er es mal in die Bundesliga, ohne Wettkampfform tat er sich aber selbst in der 3. Liga schwer. Musste sich in Form trainieren – und rennt auf der Außenbahn jetzt wieder den Drittligaverteidigern davon. Ein Hoffnungsträger.

12. Felix Weber 3,50

Der Verteidiger durfte Kapitän bleiben – und zunächst auch Stammspieler. Wirkte in der 3. Liga aber immer wieder überfordert, weshalb er nun kein Stammspieler mehr ist.

13. Efkan Bekiroglu 3,67

Drei Tore schon, ansonsten lässt auch er die klugen Einfälle vermissen, die der 1860- Angriff benötigen würde.

14. Nico Karger 3,73

Braucht manchmal nur einen Sprint, um ein Spiel zu entscheiden. Braucht oft aber sehr viele Minuten, bis er diesen Sprint zeigt.

15. Marius Willsch 3,90

Ein Regionalligaspieler, der sich in die 3. Liga reinkämpfte, dort aber trotz viel Einsatz an seine Grenzen stieß.

16. Aaron Berzel 4,00

Seit er fit ist, fester Teil der neuen Abwehr. Verteidigt leidenschaftlich, aber nicht immer präzise.

16. B. Kindsvater 4,00

Oft eingewechselt, hat sich aber nie festgespielt. Ein flinker Außenangreifer, den Verletzungen plagten.

16. R. Lacazette 4,00

Ein später Zugang aus der 2. Liga, der als Sechser eigentlich durch mehr auffallen müsste als mit aggressiven Fouls.

19. Eric Weeger 4,33

Benachteiligter des Notensystems. Dreimal stand er in der Startelf, dreimal spielten die Löwen nicht gut. Wird zu oft (und leicht) ausgedribbelt.

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