München – Vor drei Monaten haben die Basketballer des FC Bayern zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder in der Euroleague gespielt. Und weil sie in ihrer eigenen Halle am Westpark gegen den türkischen Club Anadolu Efes Istanbul ziemlich deutlich verloren haben (71:90), grübelten manche, ob die Bayern denn mithalten können mit den besten Mannschaften Europas. Jetzt, da die Münchner heute (18.30 Uhr) in Istanbul die Rückrunde der Euroleague eröffnen, kann man ohne zu grübeln sagen: Ja, können sie. Mit acht Siegen und sieben Niederlagen haben sie sich auf Rang sechs eingereiht – und steuern zu auf die Playoffs der besten Acht. Das Problem nur ist: Von den verbliebenen 15 Spielen finden gleich zehn in fremden Hallen statt.
Wie anstrengend das sein kann, zeigt bereits ein Blick auf den Januar-Spielplan der Bayern. Sie müssen nicht nur nach Istanbul reisen, sondern auch nach Athen und gleich zweimal nach Moskau. Und ganz nebenbei müssen sie natürlich ihre Bundesligapflichten erledigen, was ihnen bisher gut gelungen ist (13 Spiele, 13 Siege). Das führt selbst den Bayern-Kader an die Grenzen der Belastbarkeit.
Jetzt also Anadolu Efes, der Vierte der Euroleague, dessen Ambitionen man daran erkennt, dass er gleich neun internationale Spieler bezahlt. Und das Unangenehme an Auswärtsspielen, gerade in Istanbul, ist: Die Bayern müssen nicht nur gegen talentierte Basketballer behaupten, sondern auch gegen Tausende laute Fans, die im Sinan Erdem Dome sein werden. cfm