Klingenthal statt Innsbruck

von Redaktion

Severin Freund feilt wie erwartet im zweitklassigen Continental Cup an seiner Form

München – Irgendwie hatte sich Severin Freund ja schon darauf vorbereiten können, dass der Daumen des Bundestrainers für ihn am Neujahrstag nach unten gehen würde. Insofern hielt sich die Trauer bei Severin Freund nach seinem Rauswurf aus der ersten Garde der deutschen Skispringer auch in Grenzen. „Mich rauszunehmen“, sagte der Münchner nach dem 41. Platz in Partenkirchen, „ist fair, geht völlig in Ordnung.“

Und mittlerweile ist auch klar, wie es für den 30-Jährigen nun weitergeht. Wie erwartet, soll sich Freund im zweitklassigen Continental Cup wieder an die einstige Form herantasten. Bereits am Wochenende in Klingenthal wird er seine Rückkehr in der Wettkampfserie geben, in der er letztmals im Februar 2010 an den Start gegangen war. „Das wird kein Zuckerschlecken“, ahnte er, „aber es ist für mich sicher nicht die schlechteste Idee.“

Sein Trainer Werner Schuster warb um Geduld für seine einstige Nummer eins. „Für Severin ist es sicher eine Befreiung“, sagte er, „es ist auch für diese Spitzenspringer sehr schwierig nach einer so langen Pause zurückzukommen“, sagte er. Neben Freund ging ja etwa auch Peter Prevc, sein großer Gegenspieler der Saison 2016/17, fürchterlich unter. Prevc, der längere Zeit wegen Fußverletzungen passen musste, scheiterte beim Neujahrsspringen bereits in der Qualifikation und trat, gemeinsam mit Bruder Domen, die Reise zum Aufbautraining in der Heimat an. Während Prevc aber in absehbarer Zeit in den Weltcup zurückkehren wird, ist die Zukunft von Severin Freund vorläufig offen. „Ich versuche, im Continental Cup an einigen Schrauben zu drehen“, sagte er.

Eigentlich hatte der Routinier nach zwei Kreuzbandrissen in dieser Saison ja die nordische Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld (19, Februar bis 3. März) als großes Ziel ins Visier genommen. Doch dafür müsste er wohl spätestens in Lahti (9./10. Februar auf die Weltcup-Bühne zurückkehren, um das Ticket zu den Titelkämpfen einfliegen zu können. Eine Schanze, die ihm ähnlich wie die Anlage in Willingen (15. bis 17. Februar) für gewöhnlich liegt. Doch Freund gibt sich fürs Erste vorsichtig zurückhaltend: „Wenn es nicht klappt, dann geht die Welt nicht unter.“  rp

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