München – Kritische Phase im Sport: Wie kommt man über Silvester/Neujahr? Der 2. Januar kann ein gefährliches Datum sein. Eishockey-Meister EHC München hat den Übergang seriös bewältigt. Am 31. Dezember frei gehabt, am 1. Januar nachmittags die Jahresendfeier rausgeschwitzt, am 2. dann Nürnberg geschlagen. Den Ex-Angstgegner. 4:1 (2:0, 2:1, 0:0).
EHC München und Nürnberg Ice Tigers, das sind die beiden internationalen Marken der Deutschen Eishockey-Liga. Die Münchner bewegen sich im Alle-zwei-Tage-ein-Spiel-Rhythmus auf das Halbfinale der Champions League gegen Salzburg (Dienstag, 8. Januar) zu, die Nürnberger haben ihren Auftritt fürs Renommee gerade hinter sich. Aufgrund ihrer Vorjahresleistungen (DEL-Halbfinalist) waren sie zum Spengler Cup nach Davos eingeladen, wo sie vier Matches in vier Tagen zu bestreiten hatten (was die DEL-Anstrengungen noch übertrifft). Drei Mal verloren die Franken (zweimal gegen Team Canada, einmal gegen Gastgeber Davos), schafften es durch einen Überraschungssieg gegen das russische Team Magnitogorsk aber ins Halbfinale. Unterm Strich galt die Turnierteilnahme in der Schweiz als Erfolg.
Für das Geschehen in der DEL war sie aber kontraproduktiv, denn beim Wiedereinstieg in den nationalen Betrieb war den Ice Tigers anzusehen, dass der Spengler Cup Energie gekostet haben muss. Sie spielten ein indiskutables erstes Drittel, in dem der EHC München unkompliziert und schnell (7., 11.) durch zwei Treffer von Matt Stajan (der zweite war ein Nürnberger Eigentor) zu einer 2:0-Führung kam. Vor dem Nürnberger Tor war der EHC frischer und entschlossener, selbst Schüsse aus fast aussichtsloser Position (vor dem 2:0) wurden zur Gefahr für Ice-Tigers-Goalie Niklas Treutle, den ehemaligen Münchner. „Das ist definitiv zu wenig, vor allem müssen wir die Scheiben aus der Defensive rauskriegen“, meinte Stürmer Daniel Weiß nach zwanzig Minuten.
Ins zweite Drittel stieg Nürnberg forscher ein, kam durch ein Trickser-Tor von Dane Fox zum 1:2, versäumte es aber, in der kurzen Dominanzphase das zweite Tor nachzulegen (die Chancen hatten Pföderl und Reimer). Das 3:1 für München (27.) dämpfte die Ambitionen der Tigers – schon weil es Yasin Ehliz erzielte. Der verlorene/verstoßene Sohn Nürnbergs.
Als vor 5180 Zuschauern Yannic Seidenberg den Puck zum 4:1 in den Winkel drosch (37.)., war klar, dass es an diesem Abend keine Wende mehr geben würde. „Wir dürfen nur nicht in die Nürnberger Konter laufen“, mahnte Nürnberg-Kenner Ehliz. Die Kollegen hielten sich daran und spielten das 4:1 sicher runter.
Nürnberg, über Jahre eine sichere Playoff-Nummer, bleibt jenseits von Platz 10 hängen. Die Spieler haben sich in den vergangenen Wochen zwar zusammengerauft – gestern in München rauften sie sich aber auch zu oft mit den Gegenspielern (Dupuis gegen Andy Eder, Aronson gegen Wolf). Für Tore fehlte die Kraft.