Freundschaftsspiele? „Das bezweifle ich“

von Redaktion

Bei Matt Stajan und dem EHC richtet sich der Blick schon aufs Halbfinale der Champions League

VON GÜNTER KLEIN

München – Von Spiel zu Spiel denken – klar, anders geht es gar nicht, wenn man wie die Cracks in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) seit Wochen fast jeden zweiten Tag ran muss. Beim EHC München erlauben sie sich aber den Blick drei Spiele voraus. Weil nicht jede Partie gleich wichtig ist.

In der DEL ist zumindest der heutige Termin reine Routine: Heimspiel gegen Schwenningen (19.30 Uhr), den Letzten, bei dem der durch einen Trainerwechsel herbeigeführte Aufschwung langsam nachlässt. Am Sonntag in Straubing, das ist die anspruchsvollere Aufgabe, in Niederbayern hat der EHC auch als Meister schon dunkle Stunden erlebt. Doch Trainer Don Jackson gibt sich gerade sehr zuversichtlich, nach dem 4:1 über die Nürnberg Ice Tigers am Mittwochabend fand er nichts, was er kritisieren müsste: „Wir haben ein starkes Mannschafts-Selbstbewusstsein, der Einfluss von Matt Stajan wird immer spürbarer, im Tor hat Danny Aus den Birken gute Form.“ Stajan, der ehemalige NHL-Spieler, sagt, die Mannschaft sei getragen von der Aussicht auf zwei besondere Spiele: „In der Champions League gegen Salzburg.“

Dienstag, 8. Januar, Mittwoch, 16. Januar – das sind die Termine für die Begegnungen mit dem Red-Bull-Schwester-oder-Bruder-Club aus Salzburg. „Wir sind aufgeregt“, sagt Stajan, für den nach einem Leben im NHL-System das Format CHL eines ist, an das er sich gewöhnen muss. Auch in Europa kennt man die Königsklasse noch nicht so richtig – doch das Stallduell der beiden Teams des österreichischen Unternehmers Didi Mateschitz weckt Neugier, „weil es das eben noch nicht gegeben hat“, so Stajan.

Werden sich die Kinder um Papas Gunst prügeln? Oder wird der Umgang familiär rücksichtsvoll sein? Dass es Freundschaftsspiele werden könnten, „das bezweifle ich“, erklärt Stajan mit Bestimmtheit, „das werden intensive Spiele“.

Yasin Ehliz geht sogar so weit. dass er behauptet: „Es gibt nichts Geileres.“ Trotz der geographischen Nähe der Clubs und der Verwandtschaft ist sein Kenntnisstand zu Salzburg aber gering: „Ehrlich gesagt weiß ich nur, dass die denselben Sponsor haben wie wir.“ Wohl erst am Montag wird Don Jackson sein Team mit dem Gegner bekannt machen. Stajan: „Videoanalyse. Standard.“

Einen Namen sollten sich die EHC-Cracks schon mal merken: Steve Michalek, Amerikaner, 25, Torhüter der Salzburger (bisheriger Gegentorschnitt 1,98) zählt zu den von der Liga ausgerufenen Kandidaten auf die Most-Valuable-Player-Auszeichnung. Vom EHC München wurde Stürmer Trevor Parkes nominiert. Gevotet werden kann auch für Vertreter des zweiten Halbfinales zwischen Frölunda (Chay Genoway und Ryan Lasch) und HC Pilsen (Milan Gudas).

Artikel 1 von 11