Schlickenrieder will nun an den Schräubchen drehen

von Redaktion

Die deutschen Langläufer rennen bei Tour de Ski weiter hinterher – Kläbo und Östberg vorn

Oberstdorf – Auch in einem deutlich gelichteten Teilnehmerfeld kommen die deutschen Langläufer bei der 13. Tour de Ski nicht in die Spur. Bei der gestrigen fünften Etappe in Oberstdorf haben die verbliebenen acht Starter des Deutschen Skiverbandes (DSV) die Top 20 allesamt verpasst.

Bei den Frauen kam Pia Fink (Bremelau) als beste Deutsche auf Rang 21, sechs Plätze fehlten ihr damit zur Teil-Norm für die nordische WM in Seefeld (19. Februar bis 3. März). Victoria Carl (Zella-Mehlis) stürzte in der Loipe und wurde Vorletzte (35.).

„Vicky wollte zu viel. Sie ist das Rennen eigentlich engagiert angegangen, hat dann einen Sturz erlitten. Leider ist das Risiko nicht belohnt worden“, sagte DSV-Teamchef Peter Schlickenrieder. Bis auf Fink und Carl waren alle deutschen Läuferinnen zuvor aus der Tour ausgestiegen.

Auch die deutschen Männer konnten nicht überzeugen. Florian Notz (Römerstein) sammelte als 25. immerhin noch Weltcuppunkte, haderte anschließend aber mit dem am Vortag und in der Nacht gefallenen Neuschnee. „Die Bedingungen waren schwierig“, sagte Notz, der die tolle Stimmung in Oberstdorf lobte.

Die übrigen fünf deutschen Herren landeten außerhalb der Top 30. Große Baustellen sieht Schlickenrieder trotz der schwachen Bilanz, die ihren einzigen Höhepunkt mit der Erfüllung der WM-Norm von Katharina Hennig (Oberwiesenthal) hatte, aber nicht: „Es sind eher viele kleine Schräubchen, an denen gedreht werden muss“, sagte der 48-Jährige.

Dafür hat Schlickenrieder sogar schon einen Plan: „Das Netzwerk zwischen Athlet, Wachser und beispielsweise Physiotherapeut muss zusammenwachsen. Wir sind auf dem Weg, diese kleinen Stellschrauben zu finden.“ Sein Plan: Zur Heim-WM 2021 in Oberstdorf sollen die Langläufer auf Topniveau konkurrenzfähig sein.

Im besten Fall können sie dann auch mit Norwegens dreimaligem Olympiasieger Johannes Hösflot Kläbo mithalten. Der 22-Jährige sicherte sich in der Herren-Konkurrenz einmal mehr den Tagessieg. Für ihn war es bereits der dritte Etappentriumph bei der Tour. In der Gesamtwertung ist Kläbo (1:55:00,5 Stunden) einzig der Russe Sergej Ustjugow (Russland/+5,4 Sekunden) auf den Fersen.

Bei den Frauen hat Ingvild Flugstad Östberg (1:26:11,8 Stunden) aus Norwegen beste Chancen auf den Sieg bei der Tour de Ski. Durch den Erfolg im Verfolgungsrennen baute die zweimalige Olympiasiegerin den Vorsprung auf die Russin Natalia Neprjajewa (+35,4 Sekunden) aus. Die übrigen Läuferinnen sind mehr als eine Minute zurück.

Nach einem Ruhetag geht es am Wochenende zum letzten Tour-Stopp ins italienische Val di Fiemme. Dort steht am Samstag ein Massenstart im klassischen Stil auf dem Programm, ehe der Klassiker am Sonntag mit der berüchtigten Bergverfolgung auf dem Alpe Cermis endet.  sid

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