Top-Star Froome

von Redaktion

Berlin – Im grellen Neonlicht der Berliner Szene-Location am Alexanderplatz waren alle Augen auf Tom Dumoulin gerichtet. Schließlich ist der niederländische Tour- und Giro-Zweite wohl der einzige Fahrer, der es mit dem Sky-Imperium aktuell aufnehmen kann. Sportlich auf den Rampen in den Alpen und Pyrenäen sowieso, aber auch verbal scheut er nicht vor Attacken auf den umstrittenen Top-Star Chris Froome.

„Das ist nicht das, was der Radsport braucht“, sagte Dumoulin gestern bei der Präsentation des Sunweb-Radrennstalls zum fragwürdigen Salbutamol-Freispruch des Briten vor dem Tour-Start 2017. „Das war ein großer Rückschlag. Keiner wusste warum. Auf einmal wurde Froome freigesprochen.“

Dumoulin, der in seiner Heimat nach seinem Giro-Tiumph 2017 wie ein Popstar gefeiert wurde, ist ein kluger Kopf und weiß um das schwere Doping-Erbe seiner Sportart. Der 28-Jährige ist – Froome hin oder her – überzeugt, dass der Radsport sauberer geworden ist. „Ich weiß, dass ich sauber bin und ich kann Rennen gewinnen, sogar große Rundfahrten. Sollten Fahrer etwas nehmen, dann nicht so, dass sie zehn Prozent besser sind“, betonte Dumoulin. Er weiß aber auch um das Image: „Die Frage ist, ob man mir glaubt. Ich kann keinen zwingen, mir zu glauben oder dass der Radsport glaubwürdig ist.“

Sportlich wollen Sunweb und Dumoulin den Aufschwung fortsetzen. Beim Giro war „Beautiful Tom“, wie er in seiner Heimat gerufen wird, Zweiter hinter Froome, bei der Tour Zweiter hinter Geraint Thomas und bei der Zeitfahren-WM Zweiter hinter Rohan Dennis. Trotzdem sei er im letzten Jahr „gewachsen“ und stärker gewesen als 2017, als er als erster Niederländer den Giro gewann.  dpa

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