Bad Tölz – Grundsätzlich konnten sich Performance und Ausbeute um den Jahreswechsel sehen lassen. Doch in einer immens ausgeglichen DEL2 droht den Tölzer Löwen der Anschluss auf den zehnten Rang allmählich verloren zu gehen. Zweimal ging es in die Overtime, einmal (Bad Nauheim) konnte der Zusatzpunkt im Shoot-Out realisiert werden. Gegen Kassel sorgte eine kapitale Fehlentscheidung in der Verlängerung für mächtig Verdruss, ebenso bitter war die Auswärtsniederlage in Heilbronn; sie trat erst 67 Sekunden vor Spielende ein.
War es in Heilbronn der famose Andi Mechel, der seine Farben bei 55 Schüssen aufs Tor im Spiel hielt, glänzte gegen Nauheim einmal mehr Ben Meisner als reaktionsstarker Goalie. Auf seine Torhüter kann sich der ECT in dieser Saison verlassen. Auch mit der Arbeit gegen die Scheibe zeigt sich der Coach zufrieden. Man habe sich defensiv in den „letzten vier Spielen“ deutlich stabilisiert, hielt Markus Berwanger fest.
Freilich schlägt der Ausfall von Andreas Schwarz ins Kontor. Der Holzkirchner ist nicht nur punktbester Verteidiger seines Teams, sondern auch wichtiger Powerplay-Faktor vor dem gegnerischen Gehäuse. Eine Muskelverletzung im Hüft-/Beckenbereich zwingt den 23-Jährigen zum Aussetzen bis Ende Januar.
Schwarz nutzte die unfreiwillige Pause derweil für eine weitreichende Entscheidung: Er verlängerte seinen Vertrag in Bad Tölz um eine weitere Spielzeit. Damit wolle er „Vertrauen und Eiszeit“ bei seinem Heimatverein zurückzahlen.
Problemzone der Löwen bleibt der Torabschluss. Nur ein Treffer in Heilbronn trotz dreier Alleingänge, gleiche magere Ausbeute gegen Bad Nauheim, dazu massiver Chancenwucher gegen Kassel in der Schlussphase. „Momentan flutscht das Toreschießen nicht so“, räumt Berwanger ein. Sauer war der 55-Jährige ob des Siegtreffers der Huskies. In der vorangegangen Szene blieb eine beidhändige Attacke gegen die Schulter des durchgebrochenen Kyle Beach ungeahndet. „Kuriose Entscheidungen“ seitens der Unparteiischen, die aktuell „alle gegen uns ausfallen“. OLIVER RABUSER