Hannover – Mit einem starken Schlussspurt hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft sechs Tage vor der Heim-WM Selbstvertrauen getankt. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop gewann sein Testspiel gegen Tschechien mit 32:24 (17:13), offenbarte aber lange Zeit offensiv wie defensiv auch noch Schwächen. Vor 9967 Zuschauern in der ausverkauften Hannover-Arena war Kapitän Uwe Gensheimer mit zehn Treffern der beste deutsche Torschütze. Bis zum Auftaktspiel am 10. Januar in Berlin gegen ein vereintes Korea-Team wartet noch viel Arbeit auf Prokop und seine Spieler. Die WM-Generalprobe findet am Sonntag (14.00 Uhr/Livestream auf zdfsport.de) in Kiel im Testspiel gegen Argentinien statt.
Die deutsche Mannschaft startete hochmotiviert – aber auch sichtlich nervös. Selbst Kapitän Uwe Gensheimer, der von Paris St. Germain zum Team stieß, unterliefen anfangs ungewohnte Fehler. Zwei Großchancen ließ der Weltklasse-Linksaußen in den ersten sechs Minuten aus. Auch Torhüter Andreas Wolff, dem Bundestrainer Prokop bei der WM den Vorzug vor Silvio Heinevetter geben will, verließ nach einigen starken Paraden zu Beginn das Glück. Fortan bekam Heinevetter seine Bewährungschance, der Berliner überzeugte vor allem in der zweiten Halbzeit. Die Abwehr agierte zwar aggressiv, ließ aber auch zu viele Siebenmeter und Zeitstrafen zu.
Während die deutsche Mannschaft gegen Tschechien testete, absolvierte Auftaktgegner Korea ein öffentliches Training. Dabei betonten Spieler und Trainer aus Nord- und Südkorea, dass sie bei der WM im ehemals geteilten Deutschland auch auf einer Friedensmission seien. „Mit dem Fall der Mauer ist man den Weg des Friedens gegangen. Deshalb möchten wir als gemeinsames Team zeigen, dass wir als Koreaner auch diesen Weg gehen können“, sagte Cheftrainer Cho Young Shin. „Beim ersten Treffen haben wir noch etwas gefremdelt“, gab Kapitän Jung Su Young zu. Sein nordkoreanischer Teamkollege Ri Song Jin erzählte aber von einem Kennenlernabend, „seitdem sind wir in Freundschaft verbunden.“ sid