Val di Fiemme – Johannes Hösflot Kläbo, 22, schleppte sich über die Ziellinie, ehe der jüngste Sieger der Tour de Ski erschöpft zusammensackte. Dagegen stieß Ingvild Flugstad Östberg kurz nach ihrem Triumph einen lauten Jubelschrei aus. Am Schlusstag der 13. Tour setzten sich zwei Norweger im italienischen Val di Fiemme auf dem Alpe Cermis die Krone auf, auch die deutschen Männer hatten dank Florian Notz endlich Grund zum Jubeln.
Der Römersteiner kam auf der Bergverfolgung als 13. ins Ziel, die knapp 500 Höhenmeter überwand er sogar mit der fünftbesten Zeit. Damit löste Notz sein WM-Ticket. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft. Jetzt geht es mit positiven Gefühlen zur WM“, sagte der 26-Jährige.
Mit seiner Leistung stellte er auch Bundestrainer Peter Schlickenrieder zufrieden, der eine kontinuierliche Steigerung im Verlauf des Klassikers gefordert hatte. „Da müssen wir hinkommen. Das hat der Florian richtig gut gemacht, noch mal alle Kräfte für den Schlussanstieg mobilisiert“, sagte Schlickenrieder.
Nicht weniger beeindruckt war der 48-Jährige von der schier unglaublichen Tour-Leistung von Kläbo, der bei fünf von sieben Etappen triumphierte. „Dieser Kläbo-Style ist eine ganz neue Technik. Der läuft jedes Rennen so, dass du das Gefühl hast, dass er morgen nicht mehr aufsteht“, lobte Schlickenrieder.
Die Schlussetappe hatte es für den dreimaligen Olympiasieger nochmal in sich. Der als Sprint-Spezialist bekannte Kläbo büßte auf dem steilen Anstieg rund eine Minute ein, erklomm die Alpe Cermis aber dennoch als Erster. Am Ende kam er mit 16,7 Sekunden Vorsprung auf den Russen Sergej Ustjugow und 48,8 Sekunden auf den Norweger Simen Hegstad Krüger ins Ziel.
Kläbo und Östberg erhielten für ihren Premierentriumph jeweils ein Preisgeld in Höhe von 55 000 Schweizer Franken (rund 49 000 Euro) und 400 zusätzliche Punkte für den Gesamtweltcup, den die beiden Norweger jeweils klar anführen.
Staffel-Olympiasiegerin Östberg war gestern mit einem stattlichen Polster von 53 Sekunden auf ihre russische Kontrahentin Natalia Neprjajewa in die Schlussetappe. Ins Ziel kam die Norwegerin sogar mit 2:42,0 Minuten Vorsprung vor Neprjajewa und gewann damit auch die vierte Etappe in Serie. Dritte wurde Krista Pärmäkoski (Finnland/2:55,9 Minuten zurück).
Beste und einzige Deutsche in der Endabrechnung der Tour war Pia Fink (Bremelau/10:58,4 Minuten zurück) auf Rang 17. Alle anderen deutschen Läuferinnen waren vor den kräftezehrenden Etappen im Val di Fiemme ausgestiegen, um Kräfte für anstehende Weltcups oder die nordische Weltmeisterschaft in Seefeld/Österreich (19. Februar bis 3. März) zu sparen.