Neureuther und die kleinen Schritte

von Redaktion

In Zagreb landet der Slalomfahrer nach einer Aufholjagd wieder auf Platz acht – „Die Sicherheit fehlt noch“

Zagreb – Als am Bärenberg bei Zagreb bereits die Dämmerung einsetzte, blickte Felix Neureuther schon wieder ein wenig zuversichtlicher in die Zukunft. Angesichts „der ganzen Vorgeschichte“ mit Kreuzbandriss, Daumenbruch, Schleudertrauma und so weiter „bin ich wirklich auf einem guten Weg“, sagte der 34-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen nach seinem achten Platz beim ersten Weltcup-Slalom des neuen Jahres. Damit schaffte er genau das gleiche Ergebnis wie beim letzten Torlauf 2019 in Madonna di Campiglio..

„Ich muss jetzt Schritt für Schritt gehen – und dann bei der WM einen raushauen.“ Der Slalom bei den Titelkämpfen im schwedischen Are (3. bis 17. Februar) findet erst am letzten Tag statt, doch bis dahin hat Neureuther Nachholbedarf. „Ich muss stabiler werden, ich brauche die Zeit, der Rückstand ist schon noch zu groß“, sagte er. In der Tat lagen zwischen ihm und Sieger Marcel Hirscher aus Österreich, der zu seinem 64. Weltcupsieg fuhr, üppige 1,83 Sekunden. Das lag vor allem daran, dass Neureuther der erste Lauf missriet. Danach war er zunächst 23. gewesen – und voller Selbstzweifel.

„Mir fehlt einfach die Sicherheit, die Selbstverständlichkeit ist noch nicht so da, deswegen mache ich Fehler, die ich sonst nicht mache“, stellte Neureuther fest. Allerdings machte ihm der Lauf im Finale Mut: „Das war sehr positiv. Ich bin streckenweise sehr schnell“, er könne dies aber noch nicht konstant in zwei Läufen umsetzen. „Ich bin im Soll, muss aber schon schauen, dass ich aufs Podium komme“, sagte er

Neureuther weiß, dass er sich „die Sicherheit auch im Rennen holen muss“. Dies bleibt eine Gratwanderung. Deshalb, ergänzte er, dürfe er nun auch nichts mit Gewalt machen, „ich muss kleine Schritte machen zur WM hin und nicht versuchen, alles auf einmal zu zerreißen.“ Wenn ihm dies gelinge bei den nun anstehenden Rennen in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming, „dann schaut’s für die WM ganz gut aus“, versicherte er schmunzelnd.

Neureuther war am Bärenberg schließlich der einzige Lichtblick in einer ansonsten enttäuschenden deutschen Slalom-Mannschaft. Dominik Stehle und Linus Straßer verpassten das Finale, David Ketterer, Sebastian Holzmann und Fritz Dopfer schieden im ersten Durchgang aus, und Stefan Luitz fädelte im zweiten Lauf ein.  sid

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