„Eine WM mit arabischem Flair“

von Redaktion

OK-Vize Al-Khater spricht über Verkehrsprobleme, reglementierten Alkohol und den Metro-Bau

Doha – Während Bundestrainer Joachim Löw noch immer die Wunden nach dem Russland-Desaster leckt, laufen in Katar bereits die Vorbereitungen auf die WM 2022. Der Vize-Chef des WM-Organisationskomitees, Nasser Al-Khater, spricht über drei Probleme.

Alkohol: Auch wenn es sich vielleicht etwas stumpf anhört: Eine Weltmeisterschaft ohne Alkohol? Nur schwer vorstellbar! Allerdings gibt es in Doha nur in ausgewählten Hotels und Restaurants Bier, Wein oder Cocktails – zu sehr hohen Preisen. Eine Flasche Bier (0,33 Liter) kostet hier im Restaurant um die 13 Euro. Das wird sich auch zur WM nur mit Abstrichen ändern, wie Al-Khater erklärt: „Alkohol ist kein Teil unserer Kultur! Aber es wird einige Bereiche geben, wo Alkohol auf offener Straße erhältlich ist. Grundsätzlich ist Alkohol erhältlich, aber streng reglementiert.“ Nun hat Katar seit dem 1. Januar eine Art Sündensteuer auf Alkohol, Kaffee, Tabak oder Energy-Drinks eingeführt. Viele Produkte werden dann doppelt so teuer.

Stimmung: Die WM-Stimmung in Katar ist in drei Jahren vor allem eines: auf engstem Raum geballt. Die größte Distanz zwischen zwei WM-Stadien beträgt ungefähr 50 Kilometer. „Olympische Spiele werden auch lediglich in Städten ausgetragen, daran orientieren wir uns“, erklärt Al-Khater. Er sieht aufgrund des begrenzten Platzes trotzdem kein Problem -– im Gegenteil: „Das hilft doch dabei, die Atmosphäre zu schaffen. Es wird eine Weltmeisterschaft mit arabischem Flair.“ Infrastruktur: Das liebste Fortbewegungsmittel der Kataris ist das Auto. Dementsprechend voll sind die Straßen, die teilweise vierspurig durch die Wüste führen. Es wäre natürlich fatal, wenn Spieler und Fans im Stau stecken bleiben würden. Darum werden gerade fleißig U-Bahnen gebaut. Die gute Nachricht für die Fans: Jedes der acht Stadien ist mit der Metro erreichbar, und teilweise sind sie sogar verbunden. Es wird drei Linien geben. „Die rote Linie ist bereits fertiggestellt, wird in wenigen Monaten offiziell in Betrieb genommen. Die anderen beiden Linien nehmen 2020 Fahrt auf“, erklärt Al-Khater. Nicht nur wegen der U-Bahn ist Katar derzeit eine Großbaustelle. An jeder Ecke wird gebaut oder renoviert. Bisher ist erst ein Stadion fertig – das Khalifa International Stadium. Allerdings wurde es nicht neu gebaut, sondern lediglich saniert. „2019 werden vier weiter Stadien fertig, die restlichen dann 2020. Wir sind also früh dran“, so der Vize-OK-Chef. MANUEL BONKE

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