München – Skirennläufer Stefan Luitz hat seinen ersten Weltcup-Sieg wieder verloren. Wie der Weltverband FIS gestern bekannt gab, habe der Allgäuer am 2. Dezember beim Riesenslalom in Beaver Creek/USA durch die Nutzung von Sauerstoff gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen. Der Sieg werde Luitz daher aberkannt, er muss auch sein Preisgeld in Höhe von rund 40 000 Euro zurückgeben. Luitz will dagegen aber juristisch vorgehen. Sieger des Rennens ist vorläufig Marcel Hirscher (Österreich).
Luitz hatte in Beaver Creek zwischen beiden Läufen Sauerstoff eingeatmet, die Nutzung bei einem Rennen ist laut Artikel 2.12 der FIS-Anti-Doping-Regeln aber untersagt, im Gegensatz zum Training. Die FIS wies in ihrer Begründung nun auch selbst darauf hin, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) die Nutzung von Sauerstoff nicht verbiete, „bestimmte wissenschaftliche und medizinische Ausrüstung“ sei nach ihrem Reglement an den Wettkampfstätten aber untersagt. Zudem betonte die FIS, das Vergehen sei kein Doping, sondern ein Regelverstoß.
Luitz will nun beim Internationalen Sportgerichtshof CAS eine einstweilige Aussetzung des FIS-Urteils beantragen. Er würde damit zunächst seine 100 Weltcuppunkte für seinen Sieg in Beaver Creek behalten und damit auch seinen derzeitigen Platz in der Startliste, zunächst für das Rennen in Adelboden am Samstag. Offiziell Einspruch gegen die Disqualifikation kann er bis zum 31. Januar einlegen.
Luitz hatte die nachträgliche Disqualifikation Mitte Dezember nach reiflicher Überlegung zunächst nicht akzeptiert und kurz nach Weihnachten eine Anhörung bei der FIS verlangt. Er halte die Disqualifikation „für ungerecht“, sagte er. Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte sich in dem Fall erwartungsgemäß hinter den Allgäuer gestellt, den Verstoß mehrfach eingeräumt und betont, er sei sich des Verbots von Sauerstoff durch die FIS an einer Rennstrecke nicht bewusst gewesen. Die WADA erlaubt die Sauerstoffnutzung seit Januar 2018.
Die Meinungen im Weltcup waren bisher geteilt gewesen. Angesprochen auf die mögliche Strafe hatte selbst FIS-Renndirektor Markus Waldner zunächst gesagt: „Es kann auch eine Verwarnung sein – was wir alle hoffen.“ Es wäre „Wahnsinn“, sollte Luitz der Sieg nachträglich aberkannt werden, betonte Hirscher. Andere, etwa die Norweger um Aksel Lund Svindal, bezeichneten den Vorfall „als sehr traurig“ für Luitz, betonten aber auch: „Regel ist Regel“.