München – Man kann nicht behaupten, dass Trevor Parkes, kanadischer Stürmer des EHC München, am Dienstag im Champions-League-Halbfinale gegen den EC Salzburg aufgefallen wäre. Der Angreifer, der im Abschluss nicht lange fackelt, kam in seinen knapp 16 Minuten Eiszeit nur zu einem einzigen Schuss – derart clever hatten die Österreicher die Räume verdichtet. Seine individuell blasse Performance hat die Chancen von Parkes aber nicht beeinträchtigt, zum „Most Valuable Player“ der Champions Hockey League gewählt zu werden, zu dem Spieler also mit der größten Bedeutung für seine Mannschaft.
Aus der Longlist von fünf Akteuren der Halbfinalisten, nominiert von einer Fachjury, ist eine Shortlist mit drei Namen geworden. Parkes ist nach der ersten Runde der Internetwahl durch Fans neben dem Salzburger Torhüter Steve Michalek und Milan Gulas vom HC Pilsen weiter dabei; bis zum 3. Februar, zwei Tage vor dem CHL-Finale, kann abgestimmt werden. Ausgeschieden sind der Kanadier Chay Genoway und der US-Amerikaner Ryan Lasch von den Frölunda Indians aus Göteborg. Verwunderlich, denn sie siegten in ihrem Halbfinale 6:3 gegen Pilsen, Lasch erzielte ein Tor und bereitete zwei vor. Da war mehr Spektakel geboten als beim 0:0 zwischen München und Salzburg.
Aber: Schwedische Fans konnten offensichtlich nicht mobilisiert werden für das Internet-Voting. Das Spiel in Göteborg hatte auch nur 2975 Zuschauer gehabt (in München war ausverkauft).
Das letzte Wort über den MVP der Champions League teilen sich Fan-Gemeinde und Fachjury. Dem siebenköpfigen Gremium der Experten gehört auch der deutsche TV-Kommentator Basti Schwele an. gük