München – Vor ihrem Spiel in München haben die Frankfurter Basketballer versucht, den FC Bayern zu ärgern. Sie stellten ein Video ins Internet, es zeigt den US-Profi Tez Robertson und einen Mitarbeiter der Medienabteilung, die eine Kartoffel leidenschaftlich schneiden und salzen. Natürlich eine Anspielung auf Franck Ribéry und sein 1200-Euro-Goldsteak. Die Frankfurter sendeten das Video dann mit einem Gruß an alle Mütter, Großmütter und Stammbäume (Ribéry hatte diese drei Gruppen für seine späteren Beleidigungen herausgepickt) – und spendeten 1200 Euro an die Frankfurter Tafel. Das kam gut an.
Am Sonntagabend in München haben die Frankfurter dann noch einmal versucht, die Bayern zu ärgern. Doch auf dem Basketballfeld klappte das dann nicht mehr ganz so gut. Sie verloren 71:80 (31:39) – und mussten feststellen: in der Bundesliga lassen sich die Bayern in dieser Saison einfach nicht ärgern. In der höchsten deutschen Leistungsklasse haben sie jetzt bereits schon 15 Spiele absolviert und immer noch nicht verloren.
Die Frankfurter hielten vor 4538 Zuschauern nur in den ersten zehn Minuten mit, danach konnten sie den Meister kaum mehr bändigen (obwohl sie im letzten Viertel mal auf 58:61 verkürzten). „Wir hatten unsere Chance“, sagte der Frankfurter Cheftrainer Gordon Herbert. „Aber im zweiten und dritten Viertel haben sie die Intensität kurz hochgefahren.“ Und weil die Verfolger aus Berlin und Oldenburg nun jeweils dreimal verloren haben, steuern die Bayern im Januar auf die Hauptrundenmeisterschaft zu, die ihnen in den Playoffs den Heimvorteil garantiert – bis hin zu einer möglichen Finalserie.
Es fällt den Bayern erstaunlich leicht, zwischen den anstrengenden Euroleague-Auftritten (am Freitag erst hatten sie Mailand besiegt) noch ihre Ligaspiele zu gewinnen, was natürlich mit der Überlegenheit ihres Kaders zu tun hat. Am Sonntag schonte Trainer Dejan Radonjic den sehr vielseitigen Vladimir Lucic, setzte aber trotzdem zwölf Profis ein, die die Punkte ziemlich gleichmäßig unter sich aufteilten. Die meisten sammelten Danilo Barthel (18) Nemanja Dangubic und Nihad Djedovic (beide 12).
In einer Statistik hängten die Frankfurter den Meister ab. Sie schnappten sich 40 Rebounds – 14 mehr als Bayern. Dürfte die aber nicht sehr geärgert haben. C. MELTZER