Düsseldorf/München – An die Adler Mannheim kommt der EHC München derzeit nicht ran. Der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga lieferte vor allem mit einer stürmischen Anfangsphase (3:0 nach siebeneinhalb Minuten) eine Demonstration seiner Möglichkeiten ab und siegte gegen die Straubing Tigers souverän 6:3. Doch zumindest ließ Meister München den Rückstand nicht größer werden als neun Punkte. Der EHC hielt sich schadlos, gewann auch das zweite Spiel seines Wochenendes im Westen: 5:2 (0:0, 3:1, 2:1) bei der Düsseldorfer EG.
Knapp 24 Stunden, nachdem sie beim Winter Game in Köln vom Eis gegangen waren, mussten die Düsseldorfer schon wieder Aufstellung nehmen. Ihr Stürmer Leon Niederberger meinte nach dem ersten Drittel im ISS-Dome gegen den EHC München, „dass man die Belastung den Beinen bei den ersten Wechseln schon noch anmerkt“. Trotzdem: „Wir sind besser als die Münchner“, befand er bei „Magentasport“ zum 0:0 nach zwanzig Minuten. Ärgerlich aber für die DEG: Sie verlor ihren besten Verteidiger, Bernhard Ebner, der nach einem unglücklichen Zusammenprall mit dem Münchner Yasin Ehliz zwar wieder aufstehen konnte, aber ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Zu Beginn des zweiten Drittels trübte sich die Stimmung der Düsseldorfer weiter ein – zu sehen daran, dass Torhüter Mathias Niederberger, der eine überragende Saison spielt, vor Wut den Schläger aufs Eis haute. Die Wut galt ihm selbst. Er hatte sich verschätzt, als sein Team in Überzahl spielte und er einen Befreiungsschlag der Münchner hinterm Tor aufnehmen und den Puck nach vorne passen wollte. Die Scheibe sprang von der Bande weg an ihm vorbei – und der blitzschnelle Münchner Stürmer Frank Mauer freute sich über die Gelegenheit zum Abstauben – 1:0 in der 21. Minute. Einleitung der stärksten EHC-Phase. Verteidiger Yannic Seidenberg erzielte, alter Stürmer-Intuition folgend, das 2:0 (26.), die Eder-Brothers sorgten fürs 3:0 (31.) Andy, der Ältere, auf Tobi, den Jüngeren. Passgeber Andy bekannte, den Pass auf Verdacht gegeben zu haben. „Dass da der Tobi steht, ist eine coole Story.“
Die Düsseldorfer EG konnte sich aber noch einmal aufraffen. Wichtig für sie war es, nicht mit einer Null auf ihrer Seite in die letzte Drittelpause zu gehen. Descheneau konnte auf 1:3 verkürzen (34.), und nach einem Powerplay-Treffer von John Henrion (44.) schien sich das Momentum der DEG angeschlossen zu haben. Sie machte Druck.
Aber der EHC München schrieb eine zweite „coole Story“, um in der Eder-Tonlage zu bleiben. Mark Voakes schloss ein Überzahlspiel zum 4:2 ab (49.) und meinte: „Das ist eine Erleichterung.“ Im Powerplay hatte der EHC sich die vergangenen Wochen abgemüht. Und schließlich noch der klassische Schlussakkord: das Münchner Tor ins leere Gehäuse des Gegners. Durch Michael Wolf (58.). 5:2, Ende.