Luitz vom Pech verfolgt

von Redaktion

Der Skirennfahrer kugelt sich bei Sturz im Riesenslalom die Schulter aus

Adelboden – Stefan Luitz musste schon seine ganzen Nehmerqualitäten mobilisieren, um diesen Satz zustande zu bringen: „Momentan kommt alles auf einmal, aber ich kämpfe immer weiter, werde mich nicht unterkriegen lassen und immer wieder aufstehen“, sagte der 26-Jährige gestern. Tags zuvor war er beim Riesentorlauf gestürzt und verletzte sich an der Schulter. Auf den gestrigen Slalom musste er verzichten. „Schmerzen habe ich keine mehr, die Schulter ist wieder drin“, erzählte er.

Das Rennen im Berner Oberland hätte so etwas wie ein Neuanfang werden sollen für Stefan Luitz, nachdem in der vergangenen Woche der Internationale Skiverband FIS die Disqualifikation bei seinem Riesenslalom-Sieg in Beaver Creek Anfang Dezember wegen verbotener Sauerstoffeinnahme bestätigt hatte. Der Antrag auf einstweilige Aussetzung der Strafe beim Sportgerichtshof CAS am Freitag ist zwar abgelehnt worden, aber Luitz’ Anwältin will den Fall trotzdem vor den CAS bringen, „nicht nur, um für mich zu kämpfen, sondern vielleicht Klarheit in das Regelsystem zu bekommen“, sagt er.

Sein Auftritt im ersten Durchgang bestätigte, dass Luitz den Fokus wieder ganz auf das Skifahren legen kann. Auf den führenden Norweger Henrik Kristoffersen hatte er nur 22/100 Sekunden Rückstand und fand, noch ein bisschen verhalten gefahren zu sein. Im Finale kam er allerdings nicht sehr weit. Noch vor der ersten Zwischenzeit war das Rennen vorbei.

Als er an einem Tor weggerutscht sei, habe er versucht, „mich mit der Schulter hochzudrücken“. Und dabei ist das Malheur passiert. Luitz kugelte sich die linke Schulter aus, wurde an der Piste von einem Hubschrauber abgeholt und ins knapp 20 km entfernte Krankenhaus von Frutigen geflogen. Dort renkte man ihm unter Narkose die Schulter wieder.

Bei einer Magnetresonanztomographie heute in München soll festgestellt werden, ob Bänder und Sehnen beschädigt worden sind „Es fühlt sich nicht so schlecht an“, sagte er einen Tag nach dem Unfall. Beim Slalom er schon wieder lächelnd im Zielraum. Die lädierte Schulter war mit einer Manschette geschützt. „Ich lasse mich nicht runterziehen“, sagte Luitz.  es

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