Ohne echtes Tor zum ersten Titel

von Redaktion

Bayern sichern sich durch zwei Elfmeterschießen den Sieg beim Telekom-Cup

VON MANUEL BONKE

Düsseldorf – Das muss dem FC Bayern erst mal jemand nachmachen: Beim Telekom-Cup kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt – und trotzdem den ersten (inoffiziellen) Titel des Jahres gewonnen. Zudem feierte Alphonso Davies seine Platz-Premiere im Trikot der Münchner: Der Zugang aus Kanada stand im Finale gegen Borussia Mönchengladbach über die vollen 45 Minuten auf dem Feld – und wusste durchaus zu gefallen. Im Halbfinale hatte sich Bayern ebenfalls nach 0:0 im Elfmeterschießen durchgesetzt: 8:7 gegen Gastgeber Düsseldorf.

Der Stadionsprecher hatte Davies als „Wunderkind“ angekündigt, doch anfangs wirkte der 18 Jahre alte Kanadier noch vorsichtig, spielte überwiegend Sicherheitspässe. Mit jeder Minute aber wurde er mutiger. Bald schon ging er in Dribblings, forderte Bälle. Höhepunkt war eine Ballannahme in der 21. Minute, bei der er Gegenspieler Poulsen mit der Hacke tunnelte. Kurz vor Abpfiff hätte der Youngster nach einem Tempo-Dribbling sogar noch einen Strafstoß bekommen müssen, als ihn Benes zu Fall brachte. So ging es mit 0:0 ins Elfmeterschießen, das die Bayern mit 4:2 gewannen.

Bei der Siegerehrung überreichte Kapitän Manuel Neuer dem Debütanten direkt den Pokal. „Er bringt nach vorne ziemlich viel Speed mit und ist auch in Eins-gegen-Eins-Duellen sehr gut“, lobte Neuer: „Natürlich ist er noch ein sehr junger Spieler, der noch einiges lernen kann – uns in naher Zukunft aber schon helfen kann.“ David Alaba meinte: „Er ist ein super Junge, der viel Qualität und Potenzial mitbringt. Das ist kein Geheimnis. Sonst hätten wir ihn nicht geholt.“

Und was war sonst so los beim einzigen „Härtetest“ vor dem Rückrundenstart am kommenden Freitag in Hoffenheim (20.30 Uhr, ZDF und Eurosport-Player)? Der Mannschaft war beim Vorbereitungsturnier anzumerken, dass die Kraftreserven noch nicht wieder ganz voll sind. Nach dem harten Trainingslager in Katar brauchte übrigens auch der Sportdirektor etwas Erholung. Statt schon mit der Mannschaft am Samstag, flog Hasan Salihamidzic erst am Sonntag mit der 8.30-Uhr-Maschine nach Düsseldorf – zum einzigen „Härtetest“ vor dem Rückrundenstart. Der Grund: Am Tag zuvor feierte er den 18. Geburtstag seiner Tochter Selina.

Im ersten Spiel gegen die Fortuna hatte Bayern-Coach Niko Kovac eine Mannschaft auf den Rasen geschickt, die so in Grundzügen auch gegen Julian Nagelsmann und seine Hoffenheimer auflaufen könnte: Mit Niklas Süle in der Innenverteidigung, Leon Goretzka als einem von zwei Sechsern und Thomas Müller hinter Sturmspitze Robert Lewandowski. Auf den Außenbahnen sorgten Serge Gnabry und Kingsley Coman für Dynamik, dahinter Joshua Kimmich und Alaba. Vor allem Franzose Coman überzeugte mit seinen explosiven Dribblings in den Strafraum.

Heute startet der FC Bayern mit einem nicht-öffentlichen Training die finale Vorbereitung auf den Rückrunden-Start. Coach Kovac verriet, woran ab jetzt gefeilt wird: „Wir müssen noch durchschlagskräftiger werden.“

Gelungene Davies-Premiere

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