Selbst mit einem Ski eine Klasse für sich

von Redaktion

Sechster Weltcupsieg in Folge: Der Japaner Kobyashi fliegt erneut in die Geschichtsbücher

Val die Fiemme – Ryoyu Kobayashi ist nach seinem Grand Slam bei der Vierschanzentournee erneut in die Geschichtsbücher des Skispringens geflogen, in Abwesenheit von Topmann Markus Eisenbichler rettete Stephan Leyhe den DSV-Adlern im italienischen Val di Fiemme die Bilanz: Beim sechsten Weltcup-Sieg Kobayashis in Serie, mit dem „Air Nippon“ die weltweite Bestmarke einstellte, war der Tourneedritte Leyhe als Fünfter der mit Abstand beste Deutsche.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagte Leyhe, dem rund vier Meter zum Podest fehlten, im ZDF-Interview: „Der erste Sprung ist mir nicht geglückt, der zweite war besser. Daran gilt es anzuknüpfen und frech zu bleiben.“ Bundestrainer Werner Schuster meinte: „Ein fünfter Platz ist für Stephan ein gutes Ergebnis, er braucht das für sein Selbstvertrauen.“ Und über seinen fehlenden Frontmann sagte Schuster leicht wehmütig: „Eisenbichler hätte Kobayashi vielleicht heute fordern können.“

Der Tourneezweite aus Siegsdorf war aber am Freitag in der Quali disqualifiziert worden. Aber auch für „Eisei“ in Bestform wäre Kobayashi am Samstag nur ganz schwer zu schlagen gewesen.

Mit 135,0 m sowie mit bei verkürztem Anlauf eingestelltem Schanzenrekord von 136,0 m (315,0 Punkte) setzte sich der Japaner auf der großen WM-Schanze von 2013 souverän vor den Polen Dawid Kubacki (288,5) und Kamil Stoch (282,9) durch. Er unterstrich seine derzeitige Ausnahmestellung – auch wenn er diesmal nach seinem zweiten Sprung im Auslauf Probleme hatte und mit nur noch einem Ski durch den Schnee hüpfte.

Sechs Weltcupsiege in Folge waren vor Kobayashi den Finnen Janne Ahonen (2004/05) und Matti Hautamäki (2005) sowie den Österreichern Thomas Morgenstern (2007) und Gregor Schlierenzauer (2009) gelungen.

Hinter dem Tourneedritten Leyhe war überraschend David Siegel (Baiersbronn) als 14. zweitbester Deutscher, es war seine zweitbeste Karriereplatzierung. Richard Freitag (Aue), 2013 in Val di Fiemme Vizeweltmeister mit dem DSV-Team, kam auf Position 17 und sagte: „Es geht langsam weiter vorwärts.“ Karl Geiger (Oberstdorf) belegte Platz 19.

Olympiasieger Andreas Wellinger kam nicht über Rang 26 hinaus und steckt weiter in der Krise. „Ich versuche mich auf meine Sprünge zu konzentrieren, die manchmal besser, manchmal schlechter funktionieren. Es ist zäh“, sagte der Ruhpoldinger, der noch nicht die Norm für die WM in Seefeld (ab 19. Februar) erfüllt hat.  sid

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