Ein Hackentrick geht um die Welt

von Redaktion

Davies lässt bei seinem Bayern-Debüt Talent erkennen – aber insgesamt ist viel Luft nach oben

VON MANUEL BONKE

München – Eine der ersten Aktionen von Alphonso Davies im Dress des FC Bayern hat sich schnell im Internet verbreitet. Das Video, wie er in der 21. Minute des Telekom-Cup-Finales Gegenspieler Andreas Poulsen mit einem sehenswerten Hackentrick tunnelt, ist in den sozialen Netzwerken nun ein Renner. Der FC Bayern teilte es via Twitter, auf dem US-Account der Münchner wurde die Sequenz bis gestern schon fast 120 000 Mal aufgerufen.

Einem wird der Hype nach dem Sieg gegen Mönchengladbach nicht gefallen: Hasan Salihamidzic. Der Sportdirektor betont immer wieder, dass man das Kanada-Juwel langsam aufbauen muss und die Leistungen nicht überhöhen darf. Auch nach Davies’ Debüt beschwichtigt er: „Mit dem Jungen muss man behutsam umgehen. Dass er Qualitäten hat, ist doch klar. Wenn er Selbstvertrauen, Rhythmus und Tempo verinnerlicht hat, dann hat er große Qualitäten.“

Mehr wollte Salihamidzic dann auch nicht mehr sagen. Das taten dafür die Teamkollegen des 18-jährigen Winterneuzugangs. „Phonzy hat Betrieb gemacht auf jeden Fall. Man hat gesehen, dass er uns helfen kann und uns auch hoffentlich helfen wird“, lobte etwa Niklas Süle. Joshua Kimmich sagte: „Er hat eine brutale Schnelligkeit und eine extreme Dynamik, mit der er uns helfen kann.“ Davies selbst wollte bzw. durfte nach seinem Bayern-Debüt nichts sagen. Als er zum Bus schlenderte, erreichte ihn der eine oder andere Glückwunsch in den Katakomben des Stadions, und er bedankte sich schüchtern.

Zurückhaltend startete der Nationalspieler auch gegen Gladbach. Mit zunehmender Spieldauer wurde er mutiger, forderte Bälle, ging ins Dribbling und spielte saubere Pässe – dann kam irgendwann der Hackentrick. In Hoffenheim wird es für Kanadas Spieler des Jahres trotzdem nicht für einen Startelf-Einsatz reichen – trotz der Verletzungen von Arjen Robben und Franck Ribery. Auf den Außenbahnen werden mit großer Wahrscheinlichkeit Serge Gnabry und Kingsley Coman wirbeln.

Insgesamt ist im Spiel nach vorne noch viel Luft nach oben. Sah auch Neuer so: „Im ersten Spiel gegen Düsseldorf hatten wir ganz ordentliche Torchancen, gegen Gladbach aber nichts Zwingendes.“ Gegen Hoffenheim braucht es aber Tore, damit die Aufholjagd auf Dortmund erfolgreich gestartet werden kann. Kimmich: „Gegen Hoffenheim gibt es kein Elfmeterschießen.“ Er fordert nicht nur mehr Durchschlagskraft von der eigenen Offensive, sondern warnt vor den Hoffenheimern: „Sie sind ganz gut eingestellt. Man sieht, dass sie einen klaren Plan haben. Sie haben ein ganz gutes Kombinationsspiel. Gerade auf Außen haben sie auch Geschwindigkeit.“ Mit einer Rückrunden-Auftaktpleite wären sämtliche Aufholjagd-Hoffnungen schnell wieder in weiter Ferne.

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