Beim FCA schleicht sich etwas ein

von Redaktion

Wieder ein Aussetzer bei der letzten Aktion – Fortuna-Fans feiern Friedhelm Funkel

VON GÜNTER KLEIN

Augsburg – Nun auch im Süden, in Augsburg: ein Friedhelm-Funkel-Hochamt. Eiskalter Konterfußball, der gegen ein besser besetztes Team zum Erfolg führt. Mit Toren zur rechten Zeit: kurz vor Halbzeit, kurz vor Schluss (es war auch noch ein Jokertor). 2:1 in Augsburg, den drei Siegen zum Ausklang der Hin- folgte der vierte Dreier in Serie zum Einstieg in die Rückrunde. „Die Ergebnisse“, sagte der neue Sportdirektor der Düsseldorfer Fortuna, der Bayer Lutz Pfannenstiel, „sind überragend“. Robert Schäfer, der Geschäftsführer, der Funkels Trainervertrag zunächst nicht hatte verlängern wollen (es unter öffentlichem Druck aber doch tat), lief beschwingt berufsjugendlich mit Bluetooth-Ohrhörern durch die Katakomben der Augsburger Arena. Alle glücklich.

„Friedhelm, Friedhelm Funkel“, sangen die Düsseldorfer Anhänger. „Hört man gerne“, sagte der gefeierte Senior-Coach, „es ist eben einfach – und warum, weiß ich auch nicht – eine besondere Beziehung zwischen den Fans und mir.“ Funkel folgte dem Gespür, „dass Augsburg Probleme hat mit seiner Situation“. Der FCA als Fünfzehnter, der viel mehr wollte, braucht Siege, er spielt ja auch weiter nicht schlecht, er drängt, er begeht Fehler. Vier zählte Augsburgs Trainer Manuel Baum „bei eigener Ecke“ in der Situation auf, aus der sich der erste torbringende Gegenstoß der Fortunen ergab (45., Ducksch). Vor dem 1:2 (89., der eingewechselte Raman) monierte Baum, „dass wir zu früh geöffnet haben – die Situation war noch nicht klar“. Außenstürmer Andre Hahn brachte es auf den Punkt: „Wir sind zu naiv.“ Der Spielverlauf war wie vor der Winterpause gegen Wolfsburg (2:3): Rückstand aufgeholt (diesmal durch ein Freistoß von Jonathan Schmid, vom Hawkeye-System anerkannt), doch in der letzten Szene wieder ein Blackout. Und so war es schon in einigen Spielen. Es schleicht sich etwas ein in Augsburg – obwohl vor einigen Wochen bereits der Mentaltrainer Jörg Löhr (ehemaliger Handballnationalspieler) konsultiert wurde. Manager Stefan Reuter wünscht sich, „dass wir den Sicherheitsgedanken im Kopf haben und auch mal mit einem 1:1 zufrieden sind.“

Das wäre auch der bessere Einstand für Gregor Kobel gewesen, dem neuen Torhüter, der aus Hoffenheim geliehen wurde. Zu halten hatte der 21-jährige Schweizer wenig, er stand oft weit vor dem Tor, rief, gestikulierte. „Manche Spieler brauchen einen Weckruf.“ Das klang zwischen ambitioniert und vorlaut. Dass er nun vor Andreas Luthe und Fabian Giefer die Nummer eins ist, „hat man mir offiziell noch nicht gesagt“, so Kobel. Er geht aber davon aus, dass er es ist: „Um mich auf die Bank zu setzen, hätte ich nicht von Hoffenheim weggehen müssen.“

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