Die personelle Situation des EHC spitzt sich wieder zu

von Redaktion

Maxi Kastner fällt „wochenlang“ aus – Hagers rüdes Foul am ehemaligen Teamkollegen, Sperre möglich

VON GÜNTER KLEIN

Straubing/München – Don Jackson, der Trainer des EHC München, sagt, die schweren Zeiten in der Saison seien vorbei. Auf die Phase der Schwankungen („Ups and downs“) blickt er zurück, als könnte sie so schnell nicht wiederkehren. Und tatsächlich: Der Deutsche Meister, Tabellenzweiter hinter den souveränen Mannheimern, bekommt es derzeit hin, seine Partien zu gewinnen. Am Sonntag in Straubing: 6:5 (0:1, 4:1, 2:3). Trotzdem: Es ist nicht alles gut.

Zuletzt hatte sich die personelle Situation beim EHC entspannt, nun tritt wieder eine Verschärfung ein. Am Freitag beim 4:1 gegen Augsburg hatte Maxi Kastner das Eis humpelnd verlassen müssen; nach dem Spiel kam er zwar feixend mit eingebundenem linken Sprunggelenk aus der Kabine des Physiotherapeuten, doch eine Entwarnung war das nicht. Die ausführliche Untersuchung ergab: Er wird „wochenlang“ fehlen. Der EHC legte sich nicht konkret fest, geht aber davon aus, dass Kastner beim Champions-League-Finale am 5. Februar in Göteborg nicht auflaufen wird. Was ja ohnehin für John Mitchell gilt, den es am Dienstag vor einer Wochen erwischt hatte. Trainer Don Jackson: „Da hieß es: vier bis sechs Wochen.“

Eventuell werden die Münchner am kommenden Wochenende auf Patrick Hager verzichten müssen. Der wurde am Sonntag in Straubing mit Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis geschickt. Völlig zurecht für eine offensichtliche Attacke auf das Knie des Straubinger Schweden Fredrik Eriksson. Pikanterweise war der zwei Jahre lang Hagers Teamkollege bei den Kölner Haien. Für Eriksson war das Spiel beendet, er hatte Mühe aufzustehen. Hagers Fall wird am Montag von der Disziplinarkommission der DEL begutachtet.

Der Münchner Spielfluss beim Derby in Niederbayern wurde durch Hagers Hinausstellung (21. Minute) nicht gestoppt. Die Straubinger leisteten sich eine „komplette Verwirrung auf der Bank, da fuhren zwei Leute zu Wechseln“, so Stürmer Sven Ziegler. Frank Mauer bedankte sich mit einem Konter zum 1:1. Nach dem ersten Drittel hatte Straubing durch Stefan Loibl 1:0 geführt (Tor nach 54 Sekunden).

Lediglich 17 Sekunden lagen zwischen den Münchner Treffern zum 2:1 und 3:1 durch Yasin Ehliz und Mark Voakes; Straubings Abwehr hatte jegliche Ordnung verloren, Torhüter Jeff Zatkoff, NHL-erfahren, wirkte wacklig. Auch das vierte Münchner Tor durch Matt Stajan (38.) rutschte ihm durch.

Auf der Gegenseite konnte auch Danny Aus den Birken den Puck nicht festhalten, in der 40. Minute kam Straubing so zum 2:4 und zu neuem Antrieb: Es könnte noch was gehen. Das 3:4 durch Jeremy Williams (52.) befeuerte diese Hoffnungen. Der EHC geriet in Bedrängnis, schoss das 5:3 (Wolf), schnappte das 5:4 (Loibl), erzielte das 6:4 (Parkes – Empty Net), kassierte das 6:5 (Mouillierat). München wurstelte sich durch. Läuft halt irgendwie.

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