Merkel-Raute nach der Krönung

von Redaktion

Ex-Profi Marcell Jansen, 33, neuer Präsident des Hamburger SV

Hamburg – Marcell Jansen – weißes Hemd, blaues Sakko – sprach nach seiner Wahl schon richtig präsidial und gab sich auch in seinen Gesten staatsmännisch. Mit seinen Händen bildete der neue Präsident des Hamburger SV eine Raute – wie Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Stolz“ sei er, sagte Jansen, 33, nachdem er bei der Mitgliederversammlung 799 Stimmen auf sich vereint hatte (Rivale Ralph Hartmann erkam nur auf 490 Stimmen). Und natürlich wolle er der Präsident aller im HSV sein. „Es muss endlich Schluss sein mit Lagerbildung“, sagte der Ex-Nationalspieler.

Allerdings wird Jansen selber einem Lager zugeschrieben: Dem seines Vorgängers Bernd Hoffmann. Hoffmann, 55, ist jetzt Vorstandschef der ausgegliederten HSV Fußball AG und kündigte eine neue Fananleihe an (Volumen: 17,5 Millionen Euro), um die auslaufende zurückzuzahlen. Der Präsident, als gewählter Vertreter des Vereins, erhält automatisch einen Sitz im AG-Aufsichtsrat. Dort sitzt Jansen aber eh schon drin. Kritiker werfen ihm eine zu große Nähe zu Hoffmann vor.

Jansen kündigte an, sich stark im Geschäft beim Tabellenführer der 2. Liga einmischen zu wollen. „Die operativen Entscheidungen trifft der Vorstand, aber der Präsident muss diese bewerten können“, sagte Jansen, der auch weiter für die dritte Mannschaft des Klubs kicken will. „Denn“, so Jansen: „Dort wird die Grundlage gelegt. Der wichtigste Hebel ist und bleibt der Profifußball.“  sid

Artikel 1 von 11