Am Sonntag haben noch einmal 6,76 Millionen Deutsche den Fernseher eingeschaltet. Sie sahen zu, wie der französische Handballer Nikola Karabatic der deutschen Handball-Nationalmannschaft mit dem letzten Wurf die Bronze-Medaille entriss. Und obwohl sie letztlich dramatisch daran scheiterten, zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder unter die Top-Drei der Welt zu kommen, haben sich diese Handballer ins Herz der Deutschen gespielt. Es ist die vernünftigste Erklärung, warum sich 6,76 Millionen erfolgsverwöhnte Sportfans ein Spiel um Platz drei angesehen haben.
Seit Sonntag also ist die Handball-WM in Deutschland und Dänemark vorbei. Ob sie einen Trend angestoßen hat, muss sich zeigen. Im Kurzzeitgedächtnis jedoch hat sich in den vergangenen beiden Wochen viel festgesetzt.
Das fängt natürlich an mit den Deutschen. Mit ihrer wuchtigen Abwehr, die dominierte, ehe sie im Halbfinale von den Norwegern überrumpelt wurde. Mit Uwe Gensheimer, dem Kapitän und besten Linksaußen der Welt, der das Turnier seines Lebens spielte, einen großen internationalen Titel aber verpasste – mal wieder. Und mit dem Bundestrainer Christian Prokop, der ein Team formte, dem erst im Halbfinale Lösungen fehlten.
Das setzt sich fort mit den furiosen Dänen, die durch das Turnier stürmten. Im Halbfinale führten sie Frankreich vor, den Titelverteidiger, im Endspiel dann die Norweger. In einer Mannschaft, die keine Schwachstellen hat, ragten heraus: Spiellenker Mikkel Hansen, der mehr Tore erzielte als alle anderen (72), und Torhüter Niklas Landin, an dem im Endspiel die Norweger verzweifelten.
Naja, fast alle Norweger. Ihr Linksaußen Magnus Jondal nämlich traf neunmal – und beendete die WM mit einer erstaunlichen Statistik: In zehn Spielen warf er 68 Mal aufs Tor – und traf 59 Mal. cfm