Antholz – Nach dem Trubel von Antholz wird Laura Dahlmeier erstmal wieder die Ruhe genießen. Vielleicht bei einem Ausflug in ihre Heimat Garmisch-Partenkirchen. Denn in den Bergen holt sich die Biathletin die Kraft, die sie auch bei ihrem schweren Weg zurück in die Weltspitze brauchte. Und mit ihrem 20. Weltcupsieg krönte. „Wenn man sich wieder rauskämpft, gibt es einem brutal viel Selbstvertrauen. Der Sieg lässt mich natürlich leichter zurück blicken, aber ich werde nicht vergessen, wie hart das war“, sagte Dahlmeier. „Einen Rückschlag, glaube ich, steckt man ganz gut weg, Aber die Frage ist, wie oft man das schafft.“
Für Dahlmeier ging es bisher nur steil bergauf, diese Saison ist aber eine schwere Prüfung. Mental und körperlich. Nach einer längeren Pause ging sie im Sommer voll motiviert ins Training. Doch dann reihte sich eine „komische Sache“ an die andere. Fahrradsturz, Wundinfektion, die allergische Reaktion auf ein Antibiotikum. Im Herbst dann eine Woche Krankenhaus und die Zweifel, ob je wieder Leistungssport möglich ist. Doch die Doppel-Olympiasiegerin hat den Kampf angenommen. Und er lohnt sich.
Sechs Wochen vor der WM nähert sie sich immer mehr ihrer alten Topform. Skeptiker, die das nach Platz 30 im Massenstart von Ruhpolding anzweifelten, widerlegte sie. Dahlmeier merkt deutliche Verbesserungen, es läuft immer flüssiger. Die siebenmalige Weltmeisterin kann auf der Strecke wieder attackieren. Zu sehen beim Massenstart-Sieg am Sonntag in Südtirol. Noch fehlen zwei, drei Prozent. Dann kann die Partenkirchnerin auch noch „den einen Tick schneller schießen und dabei treffen“.
Für die Oberbayerin zählt ohnehin nur der Saisonhöhepunkt, die WM im März in Östersund. Auf dem Weg dorthin wird Dahlmeier auch den ersten Übersee-Weltcups in Kanada in Angriff nehmen. „Die Zeit ohne Rennen wäre sonst zu lang. Und mir fehlt schon noch das eine oder anderen Rennen“, meinte Dahlmeier.
Die Vorfreude auf Kanada ist groß. „Es ist was anderes als bei den Januar-Weltcups, wo so brutal viel drum herum ist und man so unter Druck steht. Es wird unheimlich schön.“ Sie würde gerne früher fliegen oder länger bleiben. Denn Canmore liegt im kanadischen Teil der Rocky Mountains. „Wenn man die Bilder sieht vom Tiefschneefahren und Eisklettern von den Bergen da drüben, das ist unheimlich schön“, sagte die passionierte Bergsteigerin. dpa