Frankfurt/Main – Hessens Innenminister Peter Beuth hat sich gegen die Anerkennung von eSport als Sportart ausgesprochen. „Computerspielen ist genauso wenig Sport wie Stricken oder Blockflöten“, sagte der CDU-Politiker auf dem Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt. Zweifelsohne erforderten alle diese Hobbies Konzentration und Fingerfertigkeit, „trotzdem sind es zurecht keine anerkannten Sportarten“.
Beuth unterstützt damit die Haltung des DOSB. Dieser hatte sich in einer 25-köpfigen Arbeitsgruppe mit dem Thema eSport auseinandergesetzt und die Aufnahme des virtuellen Sports verweigert. In seiner Begründung unterteilte der Verband das derzeitige Angebot an Spieletiteln in „elektronische Sportartensimulationen“ und alle anderen virtuellen Spiel- und Wettkampfformen, die er als „eGaming“ zusammenfasste. Von Branchenvertretern wie dem eSport-Bund Deutschland (ESBD) erntete der DOSB dafür Kritik.
Beuth hingegen lobte den deutschen Sportdachverband. „Die Grundsatzentscheidung des DOSB ist ein kluger Mittelweg und ein guter Kompromiss, weil er die körperliche Bewegung in den Mittelpunkt stellt. Wir müssen mit Wachsamkeit den Sportbegriff vor Vereinnahmung und Verwässerung schützen“, sagte Beuth. Er lehne keineswegs die E-Gaming-Community ab: „Ich bin nur nicht bereit, Computerspielen mit dem Attribut Sport, das für etwas völlig anderes steht, zu adeln.“
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Unterstützung von eSport beim Schaffen einer olympischen Perspektive festgeschrieben. sid