„Football? Sollte man vermeiden“

von Redaktion

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Vor fünf Jahren hat die NFL, die US-Football-Liga, ehemalige Profis mit 570 Millionen Euro entschädigt. Diese beklagten Kopfverletzungen, die die Liga in Kauf genommen habe – und die bis heute wirken. In Deutschland hat die Hannelore Kohl Stiftung unabhängig vom Football die Initiative „Schütz deinen Kopf!“ gegründet – auch auf Drängen von Prof. Dr. Eckhard Rickels, 64, Chefarzt der Neurotraumatologie im Krankenhaus Celle.

Herr Rickels, beim American Football rennen schwere Männer und rammen sich, manchmal auch, obwohl das die Regeln inzwischen verbieten, gegen den Kopf. Was kann passieren?

Wenn Gewalt gegen den Kopf ausgeübt wird, können Nerven und Gewebe zerreißen. Man ist tief bewusstlos, da geht richtig Gehirngewebe unter. Das ist das schwere Schädelhirntrauma. Es gibt auch das leichte Trauma, da ist man benommen, vielleicht kurz bewusstlos, dann berappelt man sich wieder. Doch ein nicht kleiner Teil der Patienten hat bis zu einem Jahr danach noch Probleme: Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen. Man bezeichnet das als leicht, so leicht ist das aber nicht.

Was sind die Folgen?

Im Wettkampfsport mit Gewaltanwendung wird man nicht immer aus dem Verkehr gezogen, nicht sauber getestet – und vor allem: man wird meistens in den Betrieb zurückgeschoben. Das Gehirn bekommt immer wieder einen Schlag ab, dann potenzieren sich die Folgen. Man ist anfälliger für Folgeerkrankungen: ALS, Demenz, Parkinson.

Sollte man überhaupt noch Football spielen?

Wer Football spielt oder boxt, hat eine kräftigere Nackenmuskulatur, das bremst die Drehbewegungen des Kopfes besser ab. Mein pathophysiologisches Verständnis aber ist: Das ist eine Sportart, die man vermeiden sollte.

Interview: Christopher Meltzer

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