München – Dann kommt er halt im Sommer! Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ist zuversichtlich, dass Sportdirektor Hasan Salihamidzic den geplatzten Winter-Transfer von Chelsea-Juwel Callum Hudson-Odoi im Sommer über die Bühne bringt und sich der 18-Jährige dann dem FC Bayern anschließt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Rummenigge: „Hasan ist da ein bisschen wie Uli (Hoeneß, Anm.d.Red.). Wir haben in der Vergangenheit schon oft Transfers gehabt, die im ersten Schritt nicht geklappt haben – dann aber im zweiten Schritt. Und so wie ich den Hasan kenne, wird er jetzt daran arbeiten, dass es im zweiten Schritt klappt.“
In London sieht man diese Tatsache aber anders. Chelsea-Trainer Maurizio Sarri deutete erst kürzlich an, dass der Flügelstürmer „sehr wahrscheinlich auch im nächsten Fenster“ beim FC Chelsea bleiben werde. Am Donnerstag legte Sarri nach: „Wir werden geduldig mit ihm sein, weil er ein Junge unserer Akademie ist. Ich weiß nicht, ob die Leute bei einem anderen Club diese Geduld nach fünf oder sechs Spielen auch aufbringen würden. Es ist sehr schwer, in ein anderes Land zu wechseln und sofort gut zu spielen. Es ist besser für ihn, es hier zu versuchen und sich hier zu verbessern.“ Trotzdem: Der Spieler selbst will nach wie vor unbedingt nach München. Die Hudson-Odoi-Seite bemüht sich sehr, dass diese Tatsache in England und Deutschland weiter Thema in der Öffentlichkeit bleibt.
Bayern-Boss Rummenigge begründet das große Interesse an „CHO“ so: „Wir wollen die beste Qualität an Spielern beim FC Bayern haben, und Hasan ist von diesem Spieler total überzeugt. Das ist der Grund.“ Der 63-Jährige glaubt übrigens nicht, dass Chelsea mit dem Wechsel-Verbot für den Youngster ein Exempel am deutschen Rekordmeister statuieren wollte, weil in der jüngeren Vergangenheit vermehrt englische Top-Talente die Insel verlassen und sich Bundesliga-Mannschaften angeschlossen haben – wie beispielsweise Dortmunds Jadon Sancho (Manchester City), Hoffenheims Reiss Nelson (Leihe vom FC Arsenal) oder Schalkes Winter-Neuzugang Rabbi Matondo (Manchester City). „Exempel statuieren kostet nur Geld“, so der FCB-Vorstandsvorsitzende.
Mit der bisherigen Verjüngung der Bayern-Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren ist Rummenigge übrigens zufrieden: „Wir haben Phase eins des Umbruchs ja schon bewältigt, indem wir die ganzen jungen Burschen wie Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Kingsley Coman, um nur mal ein paar zu nennen, integriert haben. Und die setzten sich alle in dem Jahr bisher gut in Szene, wie ich finde. Phase zwei wird im nächsten Sommer ablaufen – und ob dann noch Phase drei nötig ist, muss man abwarten.“ Er habe angesichts des Umbruchs aber keine Bedenken, dass sein Verein in ein Erfolgs-Loch fallen könne: „Wir haben jetzt schon eine gute Mannschaft, und ich habe auch keine Sorge um die Zukunft des FC Bayern. Wir haben dieses Jahr schon ein Team, das nach wie vor um die deutsche Meisterschaft mitspielt und wir werden in den nächsten Jahren auch wieder eine Mannschaft haben, die oben dabei sein wird.“ Ab Sommer dann mit Callum Hudson-Odoi im Bayern-Dress. Zumindest, wenn es nach den FCB-Bossen geht. Es bleibt spannend.