SCHWEDENHAPPEN

Größer als Kitzbühel

von Redaktion

Carl Olof Rahm ist eine Berühmtheit. Nie gehört? Das liegt daran, dass er zwar einmal kurz in Berlin studierte, aber sich in erster Linie in seinem Heimatland Schweden einen Namen machte, und da vor allem im Sport.

Der Mann aus Narkes Kil im Bezirk Örebro war Präsident des nationalen Tennis- und Curlingverbandes – gut, das sind keine Jobs, für die man bewundert wird. Schon eher für seine Idee, aus dem kleinen Are einen Wintersportort zu machen. Bis dahin war die Gemeinde im Jämtland vor allem bei betuchteren Sommertouristen beliebt gewesen, die in Bauernhöfen rund um den großen Aresjön, dem Are-See, übernachtet hatten.

Ingenieur Rahm baute 1910 eine Bergbahn, so wie er sie in den Alpen gesehen hatte, rauf auf den 1420 Meter hohen Areskutan. Diese Standseilbahn existiert noch heute und steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Zwar dauerte es weitere 30 Jahre, bis der erste richtige Skilift entstand, doch in der Zwischenzeit hatte sich das Bauerndorf schon zu einem beliebten Ganz-Jahres-Urlaubsort entwickelt. Mittlerweile gibt es hier in der Hochsaison zehn Mal so viele Touristen wie Einwohner, und Are fühlt sich als „eines der coolsten und trendigsten Bergresorts in Nordeuropa“, so jedenfalls steht es im Prospekt des hiesigen Fremdenverkehrsvereins.

Mit seinen 42 Liftanlagen, 89 Pisten und insgesamt 191 Pistenkilometern kann es der Ort tatsächlich locker aufnehmen mit den großen Skigebieten in Österreich und der Schweiz. Kitzbühel hat lediglich 68 Pisten mit einer Gesamtlänge von 179 Kilometern zu bieten.

Carl Olof Rahm hat den großen Aufstieg Ares nicht mehr erlebt. Er ist 1946 in Stockholm gestorben. Als zumindest kleine Berühmtheit Schwedens wurde ihm sein letzter Wunsch erfüllt: Ein Begräbnis in der alten Kirche von Are. Elisabeth Schlammerl

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