Infantinos Gegenspieler

von Redaktion

UEFA  Aleksander Ceferin bleibt Präsident, Reinhard Grindel Mitglied des FIFA-Council

Rom – Nebeneinander gingen Reinhard Grindel und Aleksander Ceferin zur Nachbesprechung in den Raum „Michelangelo“ des Cavalieri Hotels. Das mag Zufall gewesen sein, passte aber ins Bild: Die Europäische Fußball-Union (UEFA) war bei ihrem Kongress in Rom um Einheit bemüht. Für den Machtkampf mit Gianni Infantinos FIFA wurden gestern die Weichen gestellt – DFB-Präsident Grindel kommt dabei eine der tragenden Rollen zu.

„Wir stehen gemeinsam für unsere Werte und hoffen, dass die FIFA und ihr Präsident sich auf uns zu bewegen und dass offener miteinander gesprochen wird“, sagte der 57-Jährige nach seiner erneuten Wahl ins FIFA-Council. Grindel wurde ebenso durch Akklamation als einer der neun UEFA-„Außenminister“ bei der FIFA bestätigt wie der bis 2023 wiedergewählte UEFA-Präsident Ceferin in seiner Rolle als „Oppositionsführer“, der sagte: „Wir hoffen, dass auch die FIFA uns ihren Respekt zeigen wird, indem sie unsere Meinung anhört. Die UEFA und der europäische Fußball verdienen es, respektiert zu werden.“

Infantino, der nach dem Kongress von Dutzenden Journalisten umringt wurde, sagte so gut wie gar nichts zu seinen in Europa umstrittenen Plänen, die Klub-WM aufzustocken, eine globale Nations League einzuführen und beide Wettbewerbe für eine Milliardensumme zu verkaufen. In seiner inhaltlich dünnen Rede mahnte der Schweizer die 55 UEFA-Verbände aber zu mehr Kooperation.

Ceferin quittierte den Auftritt Infantinos mit einem gequält wirkenden Lächeln. „Jeder Tag bringt neue Herausforderungen“, sagte der Jurist, der die UEFA nach seiner ersten Wahl im September 2016 in deutlich ruhigeres Fahrwasser geführt hatte. Damals war er auf den Franzosen Michel Platini gefolgt, der im Zuge einer Skandalzahlung Ende 2015 gesperrt worden war.

Besonders betonte der alte und neue UEFA-Präsident die gute Zusammenarbeit mit den mächtigen Groß-Clubs in Europa. Am Mittwoch hatte die UEFA eine neue Kooperationsvereinbarung mit der Club-Vereinigung ECA unterzeichnet, die künftig auch durch Nasser al-Khelaifi im UEFA-Exekutivkomitee vertreten wird. Die ECA-Wahl des katarischen Präsidenten von Paris St. Germain wurde vom UEFA-Kongress ohne Probleme bestätigt. Die Kritik an dem französischen Scheich-Klub, der mutmaßlich mehrfach gegen das Financial Fair Play der UEFA verstoßen hat, spielte in Rom keine Rolle. Auch der DFB segnete die Entscheidung einfach ab.  sid

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