SCHWEDENHAPPEN

Wohnen wie in Bullerbü

von Redaktion

Jedes Kind weiß, wie es in Schweden aussieht, so halbwegs jedenfalls. Dank Astrid Lindgren und ihrer verfilmten Bestseller lernt man früh, dass die Leute hier im Norden in netten kleinen Holzhäuschen leben. Michel in Lönneberga wohnt in einem, die Kinder von Bullerbü ebenfalls. Nur Pippi Langstrumpf macht eine Ausnahme. Die Villa Kunterbunt ist zwar aus Holz, aber, wie der Name schon sagt, nicht einfarbig.

Are ist nun zwar ein fast schon ein mondäner Ski-Ort geworden, mit ein paar größeren, gemauerten Hotels für die vielen Touristen, aber auch hier dominiert das Rot. Dass sich diese Farbe in Schweden durchgesetzt hat und nicht das in der Nationalflagge verwendete blau oder gelb, hat einen einfachen Grund: Rot, oder besser: das faluröd, hält länger.

Es ist nicht nur die Bezeichnung einer Farbnuance, sondern steht für eine besonders Zusammensetzung der Pigmente. Wie der Name schon sagt, kommt es aus Falun, einer Stadt, die heutzutage in erster Linie für seine Sprungschanze und Langlaufloipen bekannt ist. Früher jedoch gab es dort eine Kupfermine.

Das aus dem Abraum des Bergwerks gewonnene Pigment Falunrot, das Eisenoxid und Siliciumdioxid sowie Spuren von Zink, Kupfer und Aluminium enthält, wurde seit fast 500 Jahren zu einer Dispersionsfarbe verarbeitet. Diese Zusammensetzung hat eine konservierende Wirkung und hält besonders gut auf rauem Holz. Schwedische Kaufleute griffen im 16. Jahrhundert allerdings nicht unbedingt deshalb zu dieser Farbe. Sie wollten damals, dass ihre Holzhäuser den Backsteingebäuden der reichen Handelsleute in Lübeck und anderen Hanse-Städten glichen – in der Hoffnung, genauso wohlhabend zu werden. Tatsächlich stieg Schweden bald zu einer Großmacht in Europa auf.

ELISABETH SCHLAMMERL

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