München – Im Schlussviertel waren noch einmal Petteri Koponens kreative Fähigkeiten gefragt. Der finnische Guard sprang für den entkräfteten Maodo Lo als Spielmacher in die Bresche. Und natürlich erfüllte Koponen auch diesen Job. Der 30-Jährige war eine der Schlüsselfiguren dafür, dass die Basketballer des FC Bayern auch an diesem Nachmittag nie ernsthaft in Bedrängnis gerieten. 80:68 (45:32) setzten sie sich vor immerhin 5400 Zuschauern gegen Berlin-Bezwinger BG Göttingen durch. Und Koponen selbst wollte das Erlebte nicht weiter hinterfragen: „Es war wichtig, heute den Job zu machen und zu gewinnen“, sagte er, „und das haben wir getan.“
Das klingt ein bisschen nach Selbstüberwindung, und das ist es ja auch. Erst Samstagnachmittag waren die Bayern vom Euroleague-Ausflug nach Spanien eingeschwebt. Viel mehr als ein bisschen auslockern ist in den verbleibenden Stunden nicht drin. Doch es ist bislang eine der besonderen Leistungen der Münchner in dieser Situation für den nationalen Alltag Lösungen zu finden.
Wobei die Göttinger am Sonntag auch erst nach dem Wechsel aufblitzen ließ, dass man tatsächlich die Möglichkeiten hat, auch müde Bayern zumindest zu ärgern. In Person von Derek Willis zum Beispiel, der mit 17 Punkten immerhin der treffsicherste Akteur des Nachmittags war. Doch mehr als ein bisschen verkürzen konnten die Niedersachsen den Rückstand letztlich nie.
Weil die Bayern aber halt auch zuverlässig Antworten haben, wenn es notwendig ist. Robin Amaize etwa setzte drei seiner vier Distanzwürfe ins Ziel – der dynamische Nationalspieler (11 Punkte) liefert zunehmend zuverlässiger ab, wenn er gefragt ist. Und dann war da natürlich Koponen. Beim Finnen rätseln ja manche darüber, ob ihn die Münchner überhaupt seinen Fähigkeiten entsprechend in Szene setzen. Aber wenn das so ist, dann kreiert Koponen seine Gelegenheiten eben selbst. Seine 14 Punkte garnierte er mit starken sieben Assists.
Sein Trainer Dejan Radonjic hakte es schnell ab und richtete den Blick nach vorne: „Jetzt haben wir ein paar Tage Zeit, zu regenerieren“, sagte er, „das ist auch nötig.“