Hannover – Jetzt hilft nur noch ein Vergleich mit dem HSV. Christian Mathenia, der Torwart des 1. FC Nürnberg, hat vor einem Jahr noch in Hamburg gespielt, und er sagte nun: „Beim HSV war immer klar, dass wir absteigen, weil wir keine Mannschaft waren.“ In Nürnberg dagegen „sehe ich eine Mannschaft, in der alle füreinander durch’s Feuer gehen. Wir werden uns jetzt nicht fallenlassen, sondern die Boxhandschuhe rausholen und alles dafür geben, dass dieser Verein in der ersten Liga bleibt.“
Alles, was Mathenia sagte, klang kämpferisch und entschlossen. Das Problem war nur, dass er das nach einem 0:2 im Kellerduell bei Hannover 96 sagte. Der 1. FC Nürnberg ist jetzt wieder Tabellenletzter der Bundesliga. Seit 15 Ligaspielen hat der Aufsteiger nicht mehr gewonnen, er verlor nun sogar gegen den einzigen Gegner, der zuletzt noch schlechter.
Doch in Hannover blieben die Nürnberger Boxhandschuhe in der Kabine. Zu hören waren nach diesem Spiel nur noch ein paar Durchhalteparolen wie die von Mathenia – und eine ziemlich fragwürdige Schiedsrichter-Kritik der sportlichen Leitung.
„Eine Lobby haben wir keine. Ich weiß nicht, ob diese Rote Karte auch ein anderer Verein gekriegt hätte“, sagte Trainer Michael Köllner und meinte damit den Platzverweis für Nürnbergs Simon Rhein schon in der 11. Minute der Partie. Doch für die Nackenschläge war der Club selbst verantwortlich – weil der Roten Karte ein gesundheitsgefährdendes Foul vorausging und Hannovers Doppeltorschütze Nicolai Müller vor seinem ersten Tor völlig allein gelassen wurde.
Was tut Nürnberg jetzt? Das Internetportal „nordbayern.de“ und die „Bild am Sonntag“ berichten, dass die Zweifel an Köllner im Aufsichtsrat des Clubs größer werden. Sportvorstand Andreas Bornemann jedoch sagte im „Sky“-Interview: „Ich sehe keinen Ansatzpunkt, darüber zu diskutieren. Mit elf gegen elf hätten wir gute Chancen gehabt, die Mannschaft ist intakt, deshalb stellt sich die Frage für mich nicht.“ dpa