der NHL-Welt

von Redaktion

Die NHL fasziniert auch in Deutschland; man braucht ja nur zu sehen, wie schnell ein Freundschaftsgastspiel eines Teams von drüben, das alle Jahre mal stattfindet, ausverkauft ist. Als vor vier Monaten die Edmonton Oilers in Köln aufschlugen, war da wieder dieser Durst nach mehr Wissen über nordamerikanisches Profi-Eishockey. Es gibt immens viel Literatur über die NHL – allerdings: Halt fast alles aus Kanada und den USA, sehr fachspezifisch, viel voraussetzend.

Nun endlich hat auch der deutsch(sprachig)e Markt ein Grundlagenwerk bekommen: „Die stärkste Liga der Welt. Eishockey in der NHL“ (Verlag Die Werkstatt, 352 Seiten 19,90 Euro) des Düsseldorfer Journalisten und Podcasters Bernd Schwickerath. Ein tief in der Materie steckender, höchst belesener Experte, der mit seinen Kenntnissen aber an keiner Stelle protzt, sondern seine Leser auf fürsorgliche Art an die Hand nimmt. Natürlich bekommt man einen Abriss der NHL-Historie und lernt all die Stars kennen, die die Liga prägten. Klar auch, dass es einen Part zu den besten deutschen Spielern gibt, die in der NHL waren und sind.

Überragend ist der Mittelteil, in dem Schwickerath „Das System NHL“ erklärt, das ja weitab von allem ist, was wir aus dem europäischen Sportbetrieb kennen. In prägnanten, nie ausufernden Kapiteln ist zu erfahren, wie das mit Farmteams ist, mit dem Draft, dem Salary Cap, wie Transfers laufen und Arbeitskämpfe ausgetragen werden. Schwickerath schätzt die NHL, scheut aber nicht davor zurück, über ihre Schattenseiten (Gewalt, Doping, Rassismus) zu schreiben. Ein Gewinn.  gük

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