Der Titel führt über Guardiola

von Redaktion

Die Rangliste der 16 Achtelfinalisten der Champions League vor der K.o.-Runde

VON CHRISTOPHER MELTZER

München – In der Champions League beginnt heute die Achtelfinal-Runde – und es ist wohl nicht übertrieben, wenn man behauptet: In den K.o.-Spielen der europäischen Königsklasse gibt es den weltbesten Fußball zu sehen. Klar, es treffen sich dort die Reichen und Superreichen, jene Vereine, die den Fußball wohl auch in vielen Jahren noch beherrschen werden. Wer aber ist jetzt, direkt vor dem Achtelfinale, am besten? Unsere Rangliste:

1. Manchester City

Wer sportlich an City zweifelt, sollte schnell Youtube anschmeißen und sich ansehen, wie sie am Sonntag mal eben Chelsea vorführten: 6:0, fast jedes Tor wunderschön. Es gab in dieser Saison bereits merkwürdige Pleiten, doch Pep Guardiola, der weltbeste Trainer, hat mit Hilfe vieler Millionen Pfund ein Team zusammengestellt, das seinen dominanten und zermürbenden Spielstil perfekt beherrscht.

2. FC Barcelona

Vor etwa anderthalb Jahren hat der FC Barcelona Ernesto Valverde angestellt – und der spanische Trainer hat die alte Barca-Achse (Pique, Busquets, Suarez) mit neuen Teilen (ter Stegen, Sergi Roberto, Coutinho, Dembele) stabilisiert. Ach ja, Lionel Messi gibt es natürlich auch noch. 25 Mal spielte er in Liga und Champions League, 27 Mal traf er.

3. FC Liverpool

Der Klopp’sche Vollgasfußball passt einfach zum K.o.-Modus. An einem guten Tag kann Liverpool jeden Gegner überrennen. Es gibt aber immer wieder Tage, an denen ihre Defensive nicht den höchsten Ansprüchen genügt – das zeigte sich schon daheim und in Europa. Im ersten Spiel gegen die Bayern fehlt Abwehrchef van Dijk gesperrt.

4. Paris Saint-Germain

In sechs Champions-League-Spielen hat Paris schon 17 Tore geschossen (okay, zehn davon gegen Belgrad). Doch verliert der Supersturm gerade seine Superstürmer. Neymar fällt sicher aus, Cavani vielleicht. Spielt jetzt Eric Maxim Choupo-Moting? In Tuchels Kader gibt es zum Glück auch fähige Defensivspezialisten.

5. Real Madrid

Man kann das so sehen: In der spanischen Liga hat Madrid schon sechsmal verloren, in der Tabelle führt schon wieder Barcelona. Man kann es allerdings auch so sehen: In der vergangenen Saison waren es in der Liga am Ende 17 Punkte Rückstand, die Champions League holte trotzdem Real. Den vierten Titel in Folge peilen sie ohne Cristiano Ronaldo an, aber mit jungen Stürmern (Asensio, Vinicius Junior).

6. Juventus Turin

Gibt es den Ronaldo-Effekt? In den Vorjahren scheiterte Juve oft erst auf der Zielgeraden, es fehlte ein Vollstrecker. Und jetzt? Ronaldo trifft, doch die berühmte Abwehr ist anfälliger geworden. Die Verteidiger Barzagli, Bonucci und Chiellini sind verletzt, ihr Einsatz noch offen.

7. Manchester United

Als das Achtelfinale ausgelost wurde, saß die United-Legende Ole Gunnar Solskjaer irgendwo in Norwegen vor einem TV-Bildschirm. Dann jedoch hat Manchester Trainer José Mourinho entlassen, vorerst Solskjaer eingestellt – und mit dem neuen Trainer seit dem 22. Dezember nicht ein Spiel verloren.

8. FC Bayern

Es sind die hervorragenden Einzelspieler, die die Bayern zur Zeit immer wieder retten: Thiago, James, Coman, Lewandowski. Ihr Talent vertuscht das Fehlen einer guten Strategie. Sie können natürlich auch eine K.o.-Runde entscheiden, es sind nur 180 Minuten. Auf diesem Niveau geraten diese Bayern wohl jedoch an ihre Grenzen. Die Abwehr tat sich schon gegen die Hertha schwer – und muss nun die Liverpooler einfangen.

9. Borussia Dortmund

In den zwei Spielen gegen Atlético Madrid offenbarte sich die Dortmunder Leistungsfähigkeit. Beim ersten Mal entzauberten sie die beste Defensive der Welt, beim zweiten Mal prallten sie an ihr ab. Es ist beim BVB so, wie es für ein junges Team eben normal ist: An guten Tagen geht alles, an anderen aber wenig.

10. Atlético Madrid

So gut wie Atlético verteidigt noch immer keine Mannschaft der Welt. Sie machen Abwehr zur Kunst. Doch die Abhängigkeit von Griezmanns Toren ist enorm. In Liga und Champions League traf der Franzose 15 Mal, der nächstbeste Atlético-Profi dreimal.

11. Tottenham Hotspur

Es ist bemerkenswert, dass Tottenham in der Premier League mal wieder vor Manchester United, Arsenal und Chelsea liegt. Zur Spitze fehlt nicht viel. Doch jetzt, da Winzigkeiten entscheiden, werden sie Dele Alli und vor allem Harry Kane, die verletzten Nationalspieler, ziemlich vermissen.

12. Olympique Lyon

In der Champions League haben sie den Guardiola-Code geknackt. In Manchester siegten sie, im Rückspiel spielten sie 2:2. Neulich haben sie als erstes französisches Team die Überflieger aus Paris besiegt. Lyon kann es mit den Großen aufnehmen.

13. AS Rom

Erneut in der K.o.-Runde, alleine das ist beachtlich. Doch in dieser Saison kassiert Rom zu viele Tore. Zwar haben die Stürmer Dzeko und Ünder in der Gruppenphase gemeinsam auch sieben Tore geschossen, doch wird das wohl nicht reichen. Das Glück: Der Gegner ist Porto.

14. Ajax Amsterdam

Ajax kann auf diesem Niveau mitspielen – man muss da nur mal beim FC Bayern fragen. Das Problem ist: Der FC Bayern ist in dieser Saison nicht der beste Gradmesser.

15. FC Porto

In Portugal führt Porto die Liga an. Der Kader ist sehr ausgeglichen, technisch hervorragend. Eine Mannschaft, die wenige Schwächen, aber auch nicht genug Stärken hat. Das Glück: Der Gegner ist Rom.

16. FC Schalke 04

Dass Schalke es überhaupt in diese Rangliste geschafft hat, lässt sich mit Losglück erklären. In der Vorrunde hängten sie Galatasaray Istanbul und Lokomotive Moskau ab. Mit Abstand auf dem letzten Platz der Top 16 – gegen City drohen viele, viele Gegentore.

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