Bad Tölz – Zu viele Strafzeiten, zu wenig Einsatz, aber doch noch ein Sieg: In einer kuriosen Schlussphase drehten die Tölzer Löwen beim ESV Kaufbeuren einen 0:2-Rückstand, ließen sich die 3:2-Führung in den letzten Sekunden erneut aus der Hand nehmen, gewannen die Partie gegen den Tabellenfünften aber doch noch in der Verlängerung mit 4:3. Für die Entscheidung sorgte in wahrer Torjäger-Manier Neuzugang Tyler Gron, der genau dafür nach Tölz geholt wurde. „Ich bin stolz, die Jungs haben sich das hart erkämpft“, sagt Trainer Scott Beattie über den „Charaktersieg“.
Weniger zufrieden dürfte er mit der Anfangsphase der Partie gewesen sein. Da war den Löwen nicht anzumerken, dass sie noch um den Einzug in die Pre-Playoffs kämpfen wollen. Beattie: „Sie waren nicht bereit, das ist Trainersache, das nehme ich auf meine Kappe.“ Einem ebenfalls geschwächten und keineswegs übermächtigen Gegner überließen sie weite Phasen des Spiels, strahlten wenig Torgefahr aus und lagen bald 0:2 zurück, bevor die Partie die etwas überraschende Wendung nahm. Eine Wendung, die ESVK-Trainer Andreas Brockmann nicht kommen sah: „Das war eine der verrücktesten Partien, die ich je erlebt habe.“
Den Rückstand auf Rang zehn der Tabelle – zehn Punkte – können die Tölzer im von Sonntag auf heute (19.30 Uhr) verlegten Heimspiel gegen die Bietigheim Steelers verkürzen. Doch hier gilt es definitiv, an der Disziplin zu feilen. „Wir müssen härter arbeiten, um Strafzeiten zu verhindern“, stellt Beattie klar.
Meister Bietigheim ist zwar nach einigen ungeplanten Niederlagen auf Rang sechs der DEL 2 abgerutscht. Doch im Powerplay weisen die Steelers immer noch eine beeindruckende Effizienz auf. Keine vier Überzahlsituationen – 27,1 Prozent sind zweitbester Wert ligaweit – benötigen sie für einen Torerfolg, brauchen insgesamt die wenigsten Versuche, bis es klingelt. Dem können sich die Löwen immerhin wieder mit sieben Verteidigern entgegenwerfen: Neuzugang Florian Kraus kehrt aus dem Krankenstand und Talent Niklas Heinzinger von einer DEB-Maßnahme zurück. NICK SCHEDER