„Wir können alles schaffen“

von Redaktion

Basketballstar Dennis Schröder sieht optimistisch der WM entgegen

Oklahoma City – Nach fünf Jahren bei den Atlanta Hawks steht diese NBA-Saison für Dennis Schröder, 25, im Zeichen des Neuanfangs bei Oklahoma City Thunder. Im Interview spricht der aus Braunschweig stammende Basketball-Profi über die Titel-Chancen, seine Hochzeit, die WM in China und das Karriereende von Dirk Nowitzki.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren ersten Monaten und Ihrer neuen Rolle als Einwechselspieler bei den Thunder?

Ich wusste, was auf mich zukommt. Ich wusste, dass ich von der Bank komme, aber wusste gleichzeitig auch, dass ich viele Minuten mit Russell Westbrook und Paul George auf dem Feld spielen werde. Deswegen bin ich da mit der richtigen Einstellung reingegangen. Jeder sieht, was ich dem Team bringe, jeder weiß, dass ich wichtig fürs Team bin.

Superstar Dwyane Wade von den Miami Heat hat Sie vor wenigen Tagen als eine der besten Neuverpflichtungen dieser Saison bezeichnet…

Ehrlich? Wow! Das bedeutet mir sehr viel, sowas von Dwyane Wade zu hören, von so einer Legende.

Sehen Sie sich dauerhaft in Oklahoma oder wollen Sie wieder wie in Atlanta ein Team als Anführer leiten? Ihr Vertrag läuft noch zweieinhalb Jahre.

Gerade ist die Situation für mich passend, gerade fehlt mir nichts. Wir gewinnen, haben ein sehr gutes Team, jedes Spiel ist im Fernsehen, es ist eine große Plattform. In Zukunft will ich natürlich wieder starten, das weiß auch jeder. Aber gerade passt es auf jeden Fall.

Ist der Titel mit diesem Team drin?

Es ist auf jeden Fall sehr viel möglich. Ich garantiere jetzt nicht, dass wir auf jeden Fall eine Meisterschaft holen. Aber wenn wir weiter so in die richtige Richtung gehen, haben wir auf jeden Fall eine Chance.

Wenn man aus Atlanta ins beschaulichere Oklahoma City kommt, sieht man einen großen Unterschied zwischen den Städten. Wie kommen Sie damit zurecht?

Es ist anders. Hier ist es ein bisschen ruhiger, ich bin mit meiner Frau, meinem Cousin hier. Ich bin ein Familienmensch geworden, das muss man hier in Oklahoma. In Atlanta war immer sehr viel los.

Sie sprechen schon „Frau“, die Hochzeit mit Ihrer Verlobten Ellen steht aber erst noch an?

Ja, diesen Sommer. Wir werden höchstwahrscheinlich in Hamburg heiraten. Es wird vermutlich groß: Meine Mama ist aus Gambia, sie lädt immer 50 bis 100 Leute ein. Also wird’s schon größer.

Im Sommer findet auch die WM statt, Deutschland hat sich mit Ihnen qualifiziert. Ist auch mit den Thunder alles geklärt, dass Sie teilnehmen werden?

Keine Organisation in der NBA kann mir sagen, dass ich nicht spiele. Aber ich muss mich natürlich gut fühlen. Wenn ich fit bin, bin ich dabei und dann läuft das.

Ist mit dem Team dann alles möglich in China, auch eine Medaille?

Wir haben fünf, sechs Leute in der NBA – wenn nicht jetzt, wann dann? Wir können auf jeden Fall alles schaffen.

Sie sind Gesellschafter der Basketball Löwen Braunschweig in der Bundesliga. Sind Sie auch in die Trainersuche eingebunden, wenn nach dieser Saison Frank Menz gehen wird?

Wenn dir ein Teil vom Team gehört, bist du natürlich involviert. Ich versuche auch, gute Lösungen zu finden. Aber gerade ist wichtig, dass wir weiter so spielen, wie wir es tun. Wir machen einen sehr guten Job, sind im Playoff-Rennen. Das hätte keiner von Braunschweig gedacht.

Der Abschied von Dirk Nowitzki steht kurz bevor. Was bedeutet dies für den Basketball?

Er hat Basketball verändert. Was er für den Basketball getan hat in Deutschland und auf der Welt, ist Wahnsinn. Er ist der Topspieler aus Europa aller Zeiten. Was er gebracht hat: 30 000 Punkte, 21. Saison. Er ist das Aushängeschild von Deutschland und auf der Welt. Wir werden ihn vermissen, wenn es zu Ende geht. Ich will auf jeden Fall nochmal gegen ihn spielen. Das wird eine gute Erfahrung für mich und für jeden, der gegen ihn spielt.

Interview: Florian Lütticke

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