Alle Hoffnungen ruhen auf Hitzlsperger

von Redaktion

Ex-Profi löst in Stuttgart den umstrittenen Sportvorstand Reschke ab und soll den VfB retten

Stuttgart – Thomas Hitzlsperger soll in Stuttgart zum Retter im Abstiegskampf werden. Der frühere Fußball-Nationalspieler löst den umstrittenen Sportvorstand Michael Reschke ab, von dem sich der VfB gestern trennte. Der schwäbische Krisenclub versucht, das drohende Debakel eines erneuten Absturzes in die Zweitklassigkeit zu vermeiden. „Der Aufsichtsrat war nicht mehr überzeugt davon, dass in der bestehenden Konstellation die notwendigen Kurskorrekturen vorgenommen werden können“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats und VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.

Das Vertrauen als neuer Sportvorstand erhält der erst 36-jährige Hitzlsperger. Der frühere VfB-Profi steigt damit beim Tabellen-16. der Bundesliga vom bisherigen Nachwuchschef und Präsidiumsmitglied zum Verantwortlichen für den sportlichen Bereich auf. Er werde „alles daransetzen, beim VfB die Kräfte für den Klassenerhalt zu bündeln und gleichzeitig in einem starken Team die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen“, sagte er.

Inmitten der unruhigen Zeiten beim Traditionsverein fällt der Aufsichtsrat eine Entscheidung, mit der nicht unbedingt zu rechnen war. Nach dem desolaten 0:3 bei Fortuna Düsseldorf am Sonntag war vor allem Trainer Markus Weinzierl in den Fokus gerückt und über eine Ablösung des 44-Jährigen spekuliert worden. Am Montag hatte Reschke in seiner Funktion als Sportvorstand noch erklärt, dass Weinzierl in jedem Fall bis zur schwierigen Aufgabe am Samstag gegen den Tabellenvierten RB Leipzig weitermachen werde. Hitzlsperger sagte nun: „Mein Draht zu Markus ist wirklich sehr, sehr gut“ Eine Jobgarantie wollte er ihm aber nicht geben. „Ich werde alles tun, solange, wie ich spüre, dass es sinnvoll ist und das geht hoffentlich eine lange Zeit.“

Reschke hatte sich in den vergangenen Monaten angreifbar gemacht, die Fans äußerten schon lange Unmut über den früheren Kaderplaner des FC Bayern. Der 61-Jährige war vor rund 18 Monaten vom FC Bayern zum VfB Stuttgart gekommen und kam mit dem Ruf eines hervorragenden Kaderplaners und Experte für den internationalen Spielermarkt. Seine Transfers erzielten beim VfB Stuttgart aber nicht die erhoffte Wirkung. „Leider hat seine Arbeit bislang nicht den gewünschten sportlichen Erfolg gebracht, und der Klassenerhalt in der Bundesliga ist nach den jüngsten Ergebnissen in erheblicher Gefahr“, so Präsident Dietrich über Reschke.

Im August 2017 hatte Reschke den FC Bayern verlassen, weil er dort nicht die Entscheidungsmacht hatte, die er sich wünschte. In Stuttgart rückte der frühere Kaderplaner von Bayer Leverkusen ins Rampenlicht. Unmut und Kritik zog er insbesondere auf sich, als er im Oktober Weinzierls Vorgänger Tayfun Korkut beurlaubte, nachdem er ihm nur Stunden zuvor in aller Deutlichkeit den Rücken gestärkt hatte und damit eine Lügendebatte anstieß.

„Aufgrund der negativen sportlichen Entwicklung in den letzten Monaten habe ich Verständnis für die Entscheidung des Aufsichtsrates, auch wenn ich sehr gerne für den VfB Stuttgart weitergearbeitet hätte“, wurde Reschke zitiert. „Fakt ist aber auch, dass die Summe meiner Entscheidungen aktuell nicht zum gewünschten und erwarteten Ergebnis geführt hat.“  dpa

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